Sonntag, 12.3.2017, 17.00 Uhr, Saal

Das Café der Existenzialisten. Freiheit, Sein und Aprikosencocktails

Soiree mit Sarah Bakewell

Sarah Bakewell Sarah Bakewell legt nach ihrer hochgelobten Montaigne-Biografie (»Wie soll ich leben? oder Das Leben Montaignes in einer Frage und zwanzig Antworten«) erneut ein Buch vor, das sich aus ungewöhnlichem Blickwinkel der ganz großen Philosophie annähert. Sie erzählt mit großer Leichtigkeit, wie der Existenzialismus zum Lebensgefühl einer Generation wurde, die sich nach radikaler Freiheit und authentischer Existenz sehnte (Verlag C.H.Beck, Deutsch von Rita Seuß).

Moderation: Sigrid Löffler
Lesung der deutschen Textpassagen: Wiebke Puls

Veranstaltung in englischer und deutscher Sprache
Büchertisch: Words' Worth
Veranstalter: Stiftung Literaturhaus
Eintritt: Euro 12.- / 8.-

»Paris 1932, im Café Bec de Gaz sagt Raymond Aron zu seinem Freund Sartre: ›Siehst du, mon petit camarade, wenn du Phänomenologe bist, kannst du über diesen Cocktail sprechen, und das ist dann Philosophie!‹ Der einfache Satz war die Geburtsstunde einer neuen Bewegung, die sich in Jazzclubs und Cafés verbreitete. Sie inspirierte Musiker und Schriftsteller, erregte Abscheu im Bürgertum und befruchtete Feminismus, Antikolonialismus und 68er-Revolte. Sarah Bakewell erzählt in diesem Buch erstmals die Geschichte der Existenzialisten. Im Mittelpunkt stehen die Antipoden Heidegger und Sartre, der eine in seiner Hütte im Schwarzwald dem Sein nachsinnend, der andere in Pariser Cafés wie besessen schreibend. Aber es geht auch um Husserl und Merleau-Ponty, Simone de Beauvoir, Albert Camus, Iris Murdoch, Colin Wilson und viele andere. Am Ende sterben die Protagonisten und verlassen das Café. Doch Sarah Bakewells meisterhafte Kollektivbiographie lässt sie wieder lebendig werden und uns teilhaben an ihren Gesprächen über das Sein, die Freiheit und Aprikosencocktails. Santé!«