Mi 10.11.10 // 20 Uhr // Bibliothek

Literatur und Migration

Clemens-Peter Haase im Gespräch mit Tzveta Sofronieva und Sudabeh Mohafez

In der Betrachtung kaum eines anderen Feldes der deutschen Gegenwartsliteratur zeigen sich so viele Missverständnisse und Widersprüche wie im Zusammenhang von Literatur und Migration. Einerseits werden in der Diskussion immer noch Begriffe wie »Migrantenliteratur« oder »Migrationsliteratur« gebraucht, vom »Eigenen« und »Fremden« war da lange Zeit die Rede, andererseits wird immer deutlicher, wie stark die deutsche Gegenwartsliteratur von Autoren/innen mit einem entsprechenden kulturellen Hintergrund geprägt, wie hybrid die Literatur in Deutschland zum Teil geworden ist.
Die aus Bulgarien stammende Lyrikerin und Prosaautorin Tzveta Sofronieva lebt seit Anfang der 90er Jahre in Deutschland. Sie gehört zur Generation jener Autoren/innen, die mittlerweile ganz bewusst in der Sprache ihres Herkunftslandes und auf Deutsch schreiben. Von ihr sind zuletzt die beiden Gedichtbände »Eine Hand voll Wasser« (2008) und »Via Dukte« (2010) erschienen, im Herbst kommt ihr Erzählband »Diese Stadt kann auch weiß sein« heraus. Ein von ihr betreuter Band der Akzente widmete sich im vergangenen Jahr der bulgarischen Gegenwartslyrik. Die deutsch-iranische Schriftstellerin Sudabeh Mohafez wurde in Teheran geboren und ist mehrsprachig aufgewachsen. Bisher sind von ihr der Erzählband »Wüstenland, Sternenland« (2004) sowie die Romane »Gespräch in Meeresnähe« (2005) und »brennt« (2010) erschienen. Sie arbeitete in verschiedenen Berufen, u.a. als Leiterin eines Frauenhauses. Beide Autorinnen sind für ihr bisheriges literarisches Werk mit verschiedenen Stipendien und Preisen ausgezeichnet worden, darunter mit dem Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis.

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