Di 29.9.98 // 0 Uhr // Saal
Gedächtnis der Welt

Juan Goytisolo

Moderation: Wolfram Schütte

Zu den wenigen Autoren, die sich mit der ungewissen Lage Europas und der Welt nach den historischen Umbrüchen von 1989 auseinandersetzen, gehört Juan Goytisolo. Der Romancier und streitbare Essayist, dessen Werke zwölf Jahre lang von der franquistischen Zensur verboten waren, kehrte seiner spanischen Heimat bereits in den 50er Jahren den Rücken. Sein gespaltenes Verhältnis zu Spanien und zur abendländischen Zivilisation hat er in zahlreichen leidenschaftlichen Texten thematisiert. In einer vom Eurozentrismus bestimmten Welt engagiert sich Goytisolo, der Kriegsbeobachter in Bosnien und Tschetschenien war, als Brückenbauer insbesondere zur arabischen Welt. Er wird einen Vortrag zum Thema „Memoria, memoricideo y mitología“ halten.