Nach dem Buch »Schattenleben« von Lisa Frühbeis & Jonas Seufert
Egal ob auf der Straße, bei der Arbeit oder beim Arzt – für Menschen ohne Aufenthaltspapiere kann jeder offizielle Kontakt zur Abschiebung führen. Hunderttausende leben in Deutschland ohne legalen Aufenthalt. Meist bleiben sie unsichtbar, denn nur wer nicht gesehen wird, kann bleiben.
Die Ausstellung »Schattenleben« macht die Stimmen der Betroffenen hörbar. Vier Menschen ohne Papiere erzählen mithilfe des Comicjournalismus ihre Geschichten: Brienne aus Thailand entkam der Zwangsprostitution und brachte ihre Chefin vor Gericht. Dâu erlebte Ausbeutung in der vietnamesischen Community, aber auch große Solidarität. Charlotte aus Kamerun hätte ihr Kind fast auf der Straße bekommen, weil sie keinen Arzt aufsuchen konnte. Und Nasir kämpft seit 25 Jahren um Papiere, obwohl die Pfalz längst sein Zuhause ist.
Sechs Jahre lang haben die Autor*innen Lisa Frühbeis und Jonas Seufert Menschen ohne Papiere, Beratungsstellen, Initiativen und Wissenschaftler*innen getroffen und ihre Ergebnisse mit den Mitteln des Comicjournalismus dokumentiert. Der Comic, auf dem die Ausstellung basiert, wahrt die Anonymität der porträtierten Menschen, die Geschichten sind in enger Zusammenarbeit mit ihnen entstanden (»Schattenleben – Menschen ohne Papiere erzählen« // REPRODUKT).
