Fr 21.9.18 // 20 Uhr // Bibliothek

Die Gesichter

Lesung mit Tom Rachman

Moderation: Günter Keil
Lesung: René Dumont

Mit einer einzigen Bemerkung wischt der gefeierte Maler, notorische Frauenheld und Vater von siebzehn Kindern Bear Bavinsky jede Hoffnung seines Lieblingssohnes Pinch beiseite, auch nur halb so viel Talent zu haben wie er. Desillusioniert zieht es Pinch raus in die Welt, weg von der Kunst. Wer war sein Vater? Und wer ist er selbst?
Der neue Roman des britisch-kanadischen Autors Tom Rachman (»Die Unperfekten«) erzählt vom Streben nach Anerkennung im Schatten eines genialen und egozentrischen Vaters (dtv, Deutsch von Bernhard Robben).

»Bear langt durch die Menge, zieht Natalie zu sich. »Meine wunderbare Frau, selbst eine bedeutende Künstlerin«, sagt er. »Erzähl schon, Liebling.« Alle Augen richten sich auf sie.
»Jetzt hören Sie mal, Bear«, unterbricht irgendwer. »Sie müssen uns unbedingt …« Niemand ist gekommen, um eine unbekannte Töpferin kennenzulernen. Sie sind wegen Bear Bavinsky hier, dem Schöpfer expressionistischer Meisterwerke, wilder Farben, die über seine Bilder zucken, auf ganzer Leinwand nur eine nackte Kehle, vielleicht auch bloß eine Rolle Bauchspeck, eine zerstochene Schulter. Seine detaillierten Porträts sind fast zu intim, erschreckend tiefgründig, ohne doch je das Gesicht des Modells zu zeigen.«

(Tom Rachman »Die Gesichter«)