Mo 2.6.03 // 00 Uhr // Saal

Amerika und das alte Europa

Ein Gespräch zwischen Hans-Jürgen Heinrichs und Till Bastian

Geht die Supermacht Amerika aus dem neuen Golfkrieg politisch gestärkt hervor, oder erleben wir den Zerfall einer in militärischer Hybris sich verzehrenden Hegemonialmacht? Wie stark sind die irrationalen Motive (christlich fundamentalistisches Sendungsbewusstsein, individuelle und kollektiv-nationale Kränkung durch die Angriffe am 11. September) für einen Krieg gegen die »Achse des Bösen«? Hans-Jürgen Heinrichs und Till Bastian diskutieren die Bedingungen und Folgen des Irak-Krieges und versuchen einen Ausblick auf die neue Rolle, die Europa zuwächst. Es geht um die Frage, ob Europa die Chance ergreift, eigene Visionen zu entwickeln, neue Allianzen zu entfalten, die sich gegen eine imperiale Politik behaupten können. Ist am Ende der Dialog der Kulturen nicht doch die stärkere Kraft als ein Kampf der Kulturen und Religionen? Hans-Jürgen Heinrichs lebt als Ethnologe und Autor in Frankfurt am Main. Er hat soeben das Buch »Die gekränkte Supermacht. Amerika auf der Couch« (Artemis & Winkler) veröffentlicht. Von dem Publizisten und Friedensforscher Till Bastian erschien zuletzt »55 Gründe, mit den USA nicht solidarisch zu sein« (Pendo Verlag).