Orlando

Inspiriert von Virginia Woolf

PRESSESTIMMEN

»Die Schau hatte im Mai dieses Jahres in der New Yorker Aperture Gallery Premiere, nun ist sie in einer erweiterten Version in München und damit erstmals in Europa zu sehen.«

Christa Sigg, Nürnberger Nachrichten

»Jetzt zeigt Tilda Swinton eine spektakuläre Fotoausstellung zur Gender-Thematik, wobei die Bezüge, die das Literaturhaus zu den autobiografischen Hintergründen Virginia Woolfs ›Orlando‹ herstellt, am interessantesten sind.«

Michaela Schabel, Der Neue Tag

»Die Ausstellung ist weit mehr als eine zeitgenössische fotografische Übertragung der Roman- oder der Filmvorlage. Sie stellt auf lustvolle und zugleich intelligente Art und Weise Geschlechteridentitäten in Frage, inszeniert queere Lebensentwürfe, folgt realen Transgender-Biografien.«

»In München hat man für die Ausstellung, die eine Übernahme von der Aperture-Galerie aus New York ist, zusätzlich Romanteile einsprechen lassen. Wiebke Puls hat das sensationell schön gemacht. Mit ihren Worten im Ohr gewinnen die Fotos noch so viel mehr an Eindringlichkeit, dass man kaum glauben kann, dass Swinton selbst nicht auf die Idee gekommen ist.«

Evelyn Vogel, Süddeutsche Zeitung

Virginia Woolfs »Orlando« (1928) erzählt die Biografie eines jungen Adligen, der mehrere Jahrhunderte durchlebt. Dabei altert er nicht merklich, erwacht nach einem langen Schlaf jedoch plötzlich als Frau. Der Roman ist eine Reise durch die Zeit: Während die Erzählung in der Ära der Königin Elisabeth I. beginnt, findet sich Orlando am Ende in der Gegenwart wieder. Heute, in einer Zeit vielschichtiger Identitätskonzepte, ist die Thematik aktueller denn je.

Tilda Swinton, die in Sally Potters preisgekrönter Filmadaption von 1992 die Titelrolle spielte, hat sich Jahre später erneut von »Orlando« inspirieren lassen und für die Aperture Foundation, New York, eine an den Roman angelehnte Ausstellung mit Fotografien von Zackary Drucker, Lynn Hershman Leeson, Paul Mpagi Sepuya, Jamal Nxedlana, Walter Pfeiffer, Viviane Sassen u.a. kuratiert.
Die Künstler*innen interpretieren die visionäre Perspektive dieses hochmodernen Romans neu und folgen seinem Aufruf zu wahrer Freiheit: von Vorschriften des Geschlechts, der Geschichte, der ethnischen Zugehörigkeit. So changieren die Bilder zwischen den Genres und sind weit aufgespannt zwischen Kunst-, Mode-, und Gesellschaftsfotografie.

Das Münchner Literaturhaus erweitert die Ausstellung um einen Einblick in die Entstehungsgeschichte von »Orlando«, dieses »längsten und bezauberndsten Liebesbriefs der Literaturgeschichte«, mit Fotografien und Briefen von Virginia Woolf und Vita Sackville-West. Ergänzt wird die Schau um eine Audiobegleitung mit Originalpassagen aus dem Roman – gelesen von Wiebke Puls. Und das Begleitprogramm nähert sich dem Thema aus unterschiedlichen Richtungen: in interaktiven Führungen der »Kammerqueers«, in Filmvorführungen und einer szenischen Interpretation u.a. mit Corinna Harfouch

»Der Geschlechterwandel veränderte zwar beider Zukunft, doch er hatte keinerlei Auswirkungen auf ihre Identität.«

Virginia Woolf »Orlando«