Elisabeth Mann Borgese

und das Drama der Meere

»Und dann standen wir auf einmal am Meer und schauten ganz benommen in die Ferne … ›Das ist der Horizont‹, erklärte mein Vater. – ›Und was kommt hinter dem Horizont?‹ fragte ich.«

Ausstellungsplakat: Thomas Mann mit seiner Tochter Elisabeth, Nidden, Sommer 1930 (© Keystone / Thomas-Mann-Archiv, Foto: Fritz Krauskopf. Gestaltung: unodue{ münchen)

Das Meer, das Thomas Mann liebte und dessen Motivwelt in seinem Werk eine zentrale Rolle spielt, wurde für seine jüngste Tochter zum Lebensinhalt. Als erstes weibliches Mitglied des »Club of Rome«, als Initiatorin der Pacem in Maribus Konferenzen und Gründerin des Internationalen Ozean Instituts auf Malta, als Mitglied der österreichischen Delegation bei der UN-Seerechtskonferenz, als Professorin für Politikwissenschaft in Halifax und auch als Autorin des in 13 Sprachen übersetzten Sachbuchs »Das Drama der Meere« widmete Elisabeth Mann Borgese (1918-2002) ihr Leben dem Schutz und der Erforschung der Ozeane. Ihre Passion war Mittel im Kampf für eine gerechtere Welt und zugleich die Weiterführung des literarischen Erbes ihres Vaters. Zehn Jahre nach ihrem Tod gibt die Ausstellung Einblicke in Leben, Werk und Wirken von Elisabeth Mann und fragt nach ihrem Erbe – dem Vermächtnis und Auftrag eines engagierten Lebens im Dienste der Umwelt und internationalen Gemeinschaft. In verschiedenen Stationen werden außerdem ihre persönlichen Beziehungen beleuchtet: die Liebe zu ihrem Vater, die komplexen Verhältnisse zu den Geschwistern und ihre Ehe mit Giuseppe Antonio Borgese.

PRESSESTIMMEN:

»Die Ausstellung, optisch an der Nordnadel des Kompasses orientiert, präsentiert Elisabeth Mann Borgeses Engagement für die Meere als konsequente Fortentwicklung der Idee einer Weltverfassung, wie sie der 1952 verstorbene Giuseppe Antonio Borgese vertreten hatte: Das Weltmeer dürfe nicht zum Objekt ausbeuterischer Weltmächte werden, es müsse eine gemeinsame, alle Interessen und besonders die der Natur wahrende Verantwortung geschaffen werden.«

Tilmann Lahme, FAZ, 21.6.2012