Mi 12.1.11 // 0 Uhr // Saal (III. OG)
Ein Licht mir aufgegangen

Thomas Manns Tolstoj-Mythos

Lesung und Diskussion mit Alexej Baskakov (Lübeck) und Dirk Heißerer (München)

Lev Tolstoj hat wie nur wenige andere Autoren Thomas Manns menschliches und künstlerisches Werden stark beeinflusst. Von den ersten Begegnungen mit dem Werk des russischen Dichters in der Zeit der »Buddenbrooks« bis in seine letzten Lebensjahre wurde Thomas Mann von Tolstoj begleitet. Unter anderem bezeugen Thomas Manns Tagebücher, dass er sich praktisch in allen Situationen seines Lebens, in Schaffenskrisen oder in Perioden politischer Ratlosigkeit, bei Depressionen oder angesichts lebenswichtiger Entscheidungen, durch die Lektüre Tolstojs »stärkte«. Gerade weil es zu Lebzeiten zu keiner realen Begegnung gekommen ist, spielt Tolstoj für Thomas Mann eine geradezu »mythisch« zu nennende Rolle, die bislang so noch nicht vorgestellt worden ist.
Alexej Baskakov (Jahrgang 1962) stammt aus St. Petersburg und lebt seit 1992 in Lübeck. Er ist Mitarbeiter am Buddenbrookhaus und arbeitet freiberuflich als Übersetzer und Dolmetscher. Mit Dirk Heißerer, Vorsitzender des Thomas-Mann-Förderkreises München e.V., diskutiert er über Thomas Manns Tolstoj-Mythos. Im Anschluss an Lesung und Gespräch werden sie außerdem auf den Essay »Goethe und Tolstoj« (1921/32) eingehen.