Raimund ist verliebt. In die umschwärmte Teddy, die aus dem dumpfen Deutschland der frühen Dreißigerjahre nach Paris ausgewandert ist. Dort versuchen sie, die französische Freiheit zu genießen und die Zukunft aufzuhalten. Dieser große Roman, 1932 auf der Schwelle zur NS-Herrschaft geschrieben, wurde nie veröffentlicht. Der Jurist und Journalist Sebastian Haffner (1907–1999), emigrierte 1938 nach England, wo er unter anderem seine erst postum veröffentlichte »Geschichte eines Deutschen« verfasste. 1954 kehrte er nach Deutschland zurück und wurde ein zentraler Publizist der Bonner Republik. Sein jetzt entdeckter, früher Roman »Abschied« (Hanser, mit einem Vorwort von Volker Wedermann) feiert – einmalig gewitzt und rasant – die Weltläufigkeit, die Liebe und den Überschwang. Wir erleben dieses literarische Ereignis in der Interpretation von Matthias Brandt.
»Raimund, der Erzähler, weiß, dass er sich beeilen muss. Mit dem Erleben, mit dem Lieben, mit dem Schreiben. Von der ersten Seite dieses Romans ist dem Erzähler klar, dass das alles hier wahnsinnig schnell zu Ende gehen kann, zu Ende gehen wird.«
VOLKER WEIDERMANN, IM NACHWORT ZU SEBASTIAN HAFFNERS »ABSCHIED«
»Erinnerungen sind das Schlimmste, was es gibt. Da rennt man herum und raucht wie ein Irrsinniger und fängt ohne Grund an zu pfeifen und wirft sich auf das Bett und springt wieder auf und kratzt sich am Kopf, als ob man Läuse hätte. Zum Schluss, wenn man sich endlich wieder klargemacht hat, dass es eben doch vorbei ist, ist man in einem Zustand, als hätte man sich die Seele irgendwo festgeklemmt. Es tut schrecklich weh, beinahe wie ein geklemmter Finger.«
SEBASTIAN HAFFNERS »ABSCHIED«

