Do 27.10.05 // 20 Uhr // Saal

Schnee

Ein Abend mit Orhan Pamuk

Die Frage nach der Identität der Türkei zwischen Verwestlichung und Islamismus steht im Zentrum von Pamuks aktuellem Roman »Schnee« (Deutsch: Christoph K. Neumann). Eine merkwürdige Serie von Selbstmorden erschüttert eine türkische Provinzstadt. Junge Mädchen haben sich umgebracht, weil man sie zwang, das Kopftuch abzulegen. Es kommt zu einem Putsch, inszeniert von einem Schauspieler. Ein Theatercoup? Doch es fließt echtes Blut, es intervenieren echte Soldaten, keiner kann die Stadt verlassen, weil es unaufhörlich schneit.
Orhan Pamuk ist Träger des diesjährigen Friedenspreises des Deutschen Buchhandels. In der Begründung der Jury heißt es: »Mit Orhan Pamuk wird ein Schriftsteller geehrt, der wie kein anderer Dichter unserer Zeit den historischen Spuren des Westens im Osten und des Ostens im Westen nachgeht, einem Begriff von Kultur verpflichtet, der ganz auf Wissen und Respekt vor dem anderen gründet.« Der Publizist und Islamwissenschaftler Michael Lüders moderiert den Abend.

Übersetzung: Recai Hallaç
Lesung des deutschen Textes: Helmut Becker