Mo 31.1.22 // 19 Uhr // per ZOOM Konferenz

GESCHICHTEN SCHLIESSEN DIE WELT AUF

6-TEILIGE ONLINEWERKSTATT MIT ALEX RÜHLE

FÜR KINDER SCHREIBEN

Wir erinnern uns alle an eigene, prägende Vorlese- und Leseerfahrungen, an Bücher, die uns neue Welten eröffnet und die eigene zugänglicher gemacht haben. Wie findet man als Autor*in Figuren, die die Fantasie beflügeln? Welche Themen wecken lebenslange Leselust? Seit seinem Debüt »Zippel, das wirklich wahre Schlossgespenst« (dtv) ist Alex Rühle nicht nur Feuilletonredakteur der Süddeutschen Zeitung, sondern außerdem ein gefeierter Kinderbuchautor. In seiner Online-Werkstatt wird es um das Schreiben von Geschichten für Kinder zwischen 6 und 9 Jahren gehen – im Gespräch, in gemeinsamer Lektüre und in vielen praktischen Schreibübungen.

»Das mit den Kinderbüchern ist organisch aus dem abendlichen Geschichtenerzählen entstanden. Als sei über die Jahre ein Erzählmuskel gewachsen. Und dann, eines Nachts, war da die Idee vom Schlossgespenst im alten Türschloss und ich hab mich in die Küche gesetzt und angefangen.

Kinderbücher sind die ideale Ergänzung zu meinem journalistischen Schreiben. Da muss immer jede Zahl stimmen, faktisch richtig sein. Die Kinderbücher müssen auch stimmen, aber anders, es muss witzig sein, spannend, leicht, und darf eher der verqueren Luftschlangenlogik eines Traums folgen als der rechtwinkligen Bürologik.«

Alex Rühle

SEMINARFAHRPLAN DES AUTORS:

Aus meiner langjährigen Erfahrung an der Journalistenschule weiß ich: Das Wichtigste ist nicht das Dozieren, sondern die Textarbeit. Das konkrete Arbeiten an Ihren Texten. Warum funktioniert der eine und der andere bisher noch nicht? Wie erzeugt man Leichtigkeit, Witz und Spannung? Warum mag ich diese Hauptfigur, glaub ihr aber ihr Problem nicht? Und was würde Astrid Lindgren machen?

31.1.22: DER ANFANG MUSS EINE ART VERSPRECHEN SEIN
Komm rein in diese Seiten und du wirst etwas Unglaubliches Erleben. Etwas Witziges, Spannendes, nie Gehörtes. Wenn der Anfang nicht stimmt, klappen die Leser das Buch gleich wieder zu. Aber wie ziehe ich Leser in meine Geschichte hinein?

7.2.22: MEINE HAUPTFIGUR
Wer erlebt die Geschichte? Warum? Woher kommt meine Heldin? Was braucht sie? Wohin will er? Oder sind sie gar zu zweit?

14.2.22: PLOT
Wie baue ich den Motor meiner Geschichte? Und wie versteck ich den so im Gehäuse des Textes, dass meine Geschichte die ganze Zeit von ganz alleine zu fahren scheint?

21.2.22: JEDER TEXT BESTEHT ALLEIN AUS SPRACHE
In welchem Ton erzähle ich? Wie erzeuge ich diesen Ton? Wie erzähle ich für Kinder, ohne dass es kindisch klingt? Was ist der Unterschied zwischen Schönheit und Kitsch? Und kann ich nicht noch ein Gedicht reinschmuggeln?

28.2.22: WASCHEN, SCHNEIDEN, LEGEN
Ein Text wird erst durchs Bearbeiten gut, immer wieder, immer anders: Kürzen, Feilen, Straffen, Ändern. Warum sind denn jetzt immer noch so viele überflüssige Adjektive drin? Und geht’s nicht noch ein bisschen witziger?

7.3.22: HAPPY END
In der sechsten Sitzung habt Ihr eine Geschichte fertig und wir schauen uns an, ob man Euch Euer Ende glaubt und wie das alles geworden ist.