Moderation: Alex Rühle (Süddeutsche Zeitung)
Mitteleuropa gilt seit jeher als Seismograf für den Kontinent. Radka Denemarková, eine der bedeutendsten Gegenwartsautorinnen Tschechiens, verfolgt in ihrem großen Roman »Schokoladenblut« (Hoffmann & Campe // dt. von Eva Profousová) die Wurzeln von Kolonialismus, Kapitalismus und patriarchalen Machtstrukturen bis ins 19. Jahrhundert. Der slowakische Autor und Publizist Michal Hvorecký wiederum blickt in seinem Essay »Dissident« (Tropen) auf die politischen Hoffnungen nach der Samtenen Revolution von 1989 – und auf die neuen Gefährdungen der Demokratie. Im Gespräch mit Alex Rühle (Süddeutsche Zeitung) treffen historische Tiefenschärfe und politische Gegenwartsanalyse aufeinander: Zwei der wichtigsten literarischen Stimmen Mitteleuropas fragen nach der Kraft der Literatur in unruhigen Zeiten.
