Mi 13.1.16 // 20 Uhr // Saal

Der Russland-Reflex. Einsichten in eine Beziehungskrise

Podiumsdiskussion mit Irina Scherbakowa und Karl Schlögel

Das deutsch-russische Verhältnis war immer sehr speziell: geprägt von Faszination und Nähe und zugleich von Angst und Fremdheit. Seit der Ukraine-Krise sind die deutsch-russischen Beziehungen aber an einem neuen Tiefpunkt angelangt. Alte Vorurteile und Befürchtungen kehren reflexhaft zurück, der politische und zivilgesellschaftliche Dialog stockt.
Die russische Historikerin und Bürgerrechtlerin Irina Scherbakowa und der Doyen der deutschen Osteuropa-Historiker Karl Schlögel blicken in diesem Gespräch auf ihre jahrzehntelange Arbeit für die deutsch-russische Verständigung zurück und berichten über ihre Erfahrungen zwischen Kaltem Krieg, Glasnost und der Putin-Zeit. Seit einigen Jahren sind sie Zeugen einer erneuten Instrumentalisierung von Geschichte, der Rückkehr rhetorischer Stilmittel aus Zeiten des Kalten Krieges und einer zunehmenden Verständnislosigkeit. Grund genug, über die Zukunftsperspektiven zu sprechen: Was bleibt von den jahrzehntelangen Bemühungen um Verständigung und Dialog? Nur ein Scherbenhaufen? Oder geht die Phase der Entfremdung, der Feindbilder und der Sprachlosigkeit wieder vorüber? Mit der Kraft und Nachdenklichkeit ihrer lebenslangen Erfahrung gehen Irina Scherbakowa und Karl Schlögel dem »Rätsel Russland« auf den Grund.

Moderation: Cathrin Kahlweit (Süddeutsche Zeitung)
Büchertisch: Lehmkuhl
Veranstalter: Süddeutsche Zeitung, Edition Körber Stiftung, Stiftung Literaturhaus
Eintritt: Euro 9.- / 7.-