Moderation: Heinz Gorr (BR)
Thomas Lettow (Residenztheater)
»›Du weißt doch, dass dein Großvater in Deutschland einen Sohn gezeugt hat, damals als er am Bodensee Besatzungssoldat war. Einen Sohn mit einer Deutschen, das wusstest du doch, oder?‹ Und ich, wie vor den Kopf geschlagen, unfähig, irgendetwas anderes zu tun als aufzunehmen, jeder neue Satz wie eine dumpfe Explosion.«
SYLVAIN PRUDHOMME »DER JUNGE IM TAXI«
Welche Geschichten machen eine Familie aus? Und welche Geheimnisse? Auf der Beerdigung seines Großvaters erfährt Simon von dessen verleugnetem Sohn, Ende des Zweiten Weltkriegs in Deutschland gezeugt und dort zurückgelassen. Wie so viele »Besatzungskinder«, die ihre Väter nie kennenlernten. In seinem neuen, autobiografisch grundierten Roman taucht Sylvain Prudhomme – Publikumsliebling der französischen Literatur – tief in die Geschichte einer Familie ein. »Der Junge im Taxi« (Unionsverlag // dt. von Claudia Kalscheuer) erzählt, sanft und tröstlich, von individuellen Schicksalen und ist zugleich
»ein eindrucksvolles Plädoyer wider die Geschichtsvergessenheit«.
Deutschlandfunk
»Sylvain Prudhomme schreibt eine Prosa, in der man versinken möchte. Sein Roman ist eine Suche, ein Einspruch, eine Wiedergutmachung, um ein kunstvoll inszeniertes Vergessen zu durchbrechen.«

