Mo 18.4.05 // 0 Uhr // Saal

Das Echolot. Abgesang `45. Ein kollektives Tagebuch

Walter Kempowski und Horst Möller (Institut für Zeitgeschichte) im Gespräch

Lange bevor 1993 das erste »Echolot« erschien, diese gewaltige Collage aus Briefen, Tagebüchern, Bildern und Aufzeichnungen, die eine minutiöse Rekonstruktion von Alltagsgeschehen und historischen Ereignissen darstellt, notierte Walter Kempowski in seinem Tagebuch: »Zentrum des Werks muss das Jahr 1945 sein, der Schlund des Trichters, auf den alles zudringt.« Zum 60. Jahrestag der deutschen Kapitulation findet das unvergleichliche Unternehmen mit dem vierten Band »Abgesang ’45« nun seinen Abschluss. Hier lässt der Autor die hochdramatischen letzten Tage Hitlerdeutschlands lebendig werden. In Walter Kempowskis Collage kommen Opfer und Täter, Prominente und Namenlose zu Wort; sie ist ein erschütterndes Zeugnis des Untergangs und spricht von politischer Verblendung, von fanatischer Unbelehrbarkeit, von Verzweiflung und Todesangst, von Hoffnungen und Illusionen, die mit dem Ende eines barbarischen Regimes verknüpft waren.

Es liest: Andreas Neumann