Moderation: Riccardo Nicolosi (LMU)
Belgrad 1942. Isak Ras begibt sich auf die Suche nach den Überresten seiner Vergangenheit, geleitet von einer brennenden Frage: Wo ist seine Mutter? Marko Dinić verwebt in seinem raffinierten Familienroman acht Erzählstränge zu einem fesselnden Rätsel. Sein »Buch der Gesichter« (Zsolnay) ist Erinnerungsliteratur in moderner Form, ein beeindruckender Text über die Geschichte Serbiens und Europas im zwanzigsten Jahrhundert. Er stellt es auf Einladung des LMU-Graduiertenkollegs »Family Matters« in Lesungen und im Gespräch mit Riccardo Nicolosi, Professor für Slavische Philologie, vor, und hinterfragt zusammen mit den Studierenden die generationenübergreifende Kraft der Familie.
»Die Einsamkeit, die sie bisweilen verspürte, schmeckte bitter wie der Schimmel auf dem Brot, das sie fraß.«
MARKO DINIĆ
»Stolz hatte er niemals empfunden, und auch die Scham blieb für ihn ein Fremdwort, das seine Lippen nicht berührte.«

