EIN FERNGESPRÄCH. SZENEN AUS DER WEIMARER REPUBLIK
Key-Note: Matthias Mühling (Direktor Lenbachhaus)
Interventionen: Marion Bösker-von Paucker & Jenni Holtgrewe
»Das Leben wird kommen. Ich weiß, es wird schön, es wird unendlich schön, weil ich schön bin und weil ich schreibe, für mich, für die Männer, für die ganze Welt.«
IRMGARD KEUN
»Sie glauben gar nicht, welch ein elender Abklatsch schlechter Romane das Leben ist.«
JOSEPH ROTH
Großstadt und Bubikopf, Charleston und Champagner – und dräuende politische Spannungen: Die Ausstellung »Ein Ferngespräch: Szenen aus der Weimarer Republik« im Lenbachhaus (bis 27.9.2026) erzählt die Zeit zwischen den Weltkriegen über ihre Kunst. Werke von Käte Hoch, Jeanne Mammen, August Sander, George Grosz u.a. zeigen die widersprüchliche Realität der 1920er-Jahre zwischen Aufbruch und Krise – eine Atmosphäre, die sich in der Literatur dieser Zeit so hellsichtig wie schonungslos verdichtet. Mit Texten von Irmgard Keun (»Das kunstseidene Mädchen«, »Kind aller Länder« u.a.) und Joseph Roth (»Hotel Savoy«, »Die Kapuzinergruft« u.a.) lesen Shenja Lacher und Liliane Amuat von schillernden Nächten, brüchigen Lebensentwürfen und einer Gesellschaft im Taumel; literarische Momentaufnahmen einer Epoche zwischen Witz, Melancholie und politischer Vorahnung.
»Man müsste als Schriftsteller so viel verdienen, daß man zumindest in den letzten 8 bis 9 Wochen der Romanarbeit täglich 1 bis 2 Flaschen anständigen trockenen Champagner trinken könnte. Da hätte man in dieser Scheißzeit die richtige Arbeitsstimmung und würde nicht krank.«
Irmgard Keun
»Wenn du willst, zeige ich dir in jedem meiner Bücher die guten Stellen, die ich einem guten Calvados verdanke.«

