Do 24.9.20 // 20 Uhr // Saal & Stream
Einlass 19.30 Uhr
Studio Salvatorplatz

Brennendes Licht. Anna Seghers in Mexiko

Ein Abend mit Volker Weidermann & Marion Brasch

Verfolgt und um ihr Leben fürchtend muss Anna Seghers (1900 als Netty Reiling in Mainz geboren, 1983 in Ost-Berlin gestorben) 1941 Europa verlassen; bis 1947 lebt sie im mexikanischen Exil. Hier schreibt sie ihre großen Romane, erlebt den Erfolg von »Das siebte Kreuz«, trifft auf schillernde Personen wie Pablo Neruda und Frida Kahlo, fühlt sich in ihren kommunistischen Idealen bestätigt. Mit anderen Exilanten wie Egon Erwin Kisch und dem Verleger Walter Janka teilt sie die Sorge um die Daheimgebliebenen und um die Lage in Europa. Anna Seghers kehrt nach Ende des Zweiten Weltkriegs nach Europa zurück – in die DDR, um dort u.a. als Präsidentin des Schriftstellerverbands im Mittelpunkt des literarischen Lebens zu stehen.

Kunstvoll und mitreißend erzählt Volker Weidermann in seinem neuen Buch (Aufbau Verlag) von Anna Seghers Exiljahren, die die Schriftstellerin nachhaltig prägten und die Weichen für ihr späteres Leben stellten. Die Journalistin und Schriftstellerin Marion Brasch (»Ab jetzt ist Ruhe«, »Lieber woanders« u.a.) entstammt einer Familie deutsch-österreichischer Kommunisten mit jüdischen Wurzeln. Ihr Vater Horst Brasch (1922–1989), der 1946 aus dem englischen Exil in die DDR zurückkehrte, bekleidete dort hohe Ämter in der Kulturpolitik. Volker Weidermann stellt sein Buch im Gespräch mit Marion Brasch vor, die außerdem kurze Auszüge aus Anna Seghers Romanen lesen wird.