EIN DENKMAL FÜR DIE FAMILIE MANN VON ALBERT COERS
Anlässlich des 150 Geburtstages von Thomas Mann schafft das Projekt »Straßen Namen Leuchten« von Albert Coers schafft einen Erinnerungsort im öffentlichen Raum der Landeshauptstadt München für die Schriftstellerfamilie Mann – für den Nobelpreisträger Thomas Mann, seine Frau Katia und ihre Kinder Klaus, Erika, Golo, Elisabeth Mann Borgese, Michael und Monika Mann.
Der gemeinsame Lebensweg sowie 1933 die erzwungene Flucht aus München und die anschließende Exilzeit der Familie von Thomas Mann sind ein wichtiges Kapitel Zeit- und Kulturgeschichte. Es steht aber auch für die dunklen Kapitel in der Landeshauptstadt in der Zeit der Machtübernahme des NS-Regimes, als Thomas Mann mit seiner Frau und den Kindern 1933 aus ihrem Münchner Zuhause fliehen mussten.
Das im Dezember 2025 eingeweihte Kunstwerk besteht aus Schildern von Straßen und Plätzen u. a. in München, Frankfurt, Zürich, Rom und São Paulo, die nach Mitgliedern der Familie benannt sind, sowie aus Straßenleuchten von Orten, an denen die Manns lebten bzw. im Exil waren, wie Lübeck, Nida, Sanary-Sur-Mer, New York, Los Angeles oder Kilchberg.
Diese Elemente reflektieren die Internationalität der Familie, die Lebens- und Wirkungsstätten in Europa, den USA und Südamerika umfasst, und drücken die weltweite literarische Ausstrahlung und Bedeutung der Schriftstellerfamilie aus. Gleichzeitig weckt das Motiv der Leuchte Assoziationen zur literarischen, politischen und gesellschaftlichen Strahlkraft des Lebens und Werks der Familie Mann und verweist auf den Satz »München leuchtete«, mit dem Thomas Mann seine Novelle »Gladius Dei« beginnt.
Als Standort wurde der Salvatorplatz hinter dem Literaturhaus, direkt im Herzen der Stadt, gefunden. Mit diesem Projekt soll ein Anker für ihre Biografien in dieser Stadt geschaffen und zugleich die Verantwortung anerkannt werden, die die Stadt München aufgrund des erzwungenen Exils während der nationalsozialistischen Herrschaft trägt.
ALBERT COERS, geboren 1975 in Lauingen, lebt und arbeitet in Berlin und München. Studium u.a. Germanistik in Pisa und München, Kunststudium, Akademie der Bildenden Künste München bei Albert Hien. Studien- und Arbeitsaufenthalte in Carrara, Genua, Alexandria. Schwerpunkte der künstlerischen Arbeit: Installationen mit Fundstücken und sprachbezogenem Material, Künstlerpublikationen, Arbeiten im öffentlichen Raum.
