African Book Festival

Kalaf Epalanga bringt Angola nach München

»Igualdade é uma ilusão, liberdade é só uma vaga sensação«

Chullage

Kalaf Epalanga © Livestream/Literaturhaus
Kalaf Epalanga © Livestream/Literaturhaus

 

WHAT A NIGHT! Am  29.1.2021 brachte KALAF EPALANGA mit seinem Medley aus Lesungen, Gesprächen & DJ-Sets unter dem Motto VOICES FROM THE BEGINNING. BOOKS BORN FROM SONGS die immense Vielfalt der angolanische Literatur und Musik ins Literaturhaus. Dabei standen Fragen nach Herkunft, Zugehörigkeit und Identität im Mittelpunkt. Aber auch die vielschichtigen Verflechtungen, die regelrechte Liebesbeziehung von Musik und Literatur. Kalaf Epalanga inszenierte diese Verbindung meisterhaft und mit so viel Herz, dass er das Podium, die Zuschauer*innen vor den Bildschirmen und die Mitarbeiter*innen im Saal des Literaturhauses zum Tanzen brachte.

Die Gespräche mit den zugeschalteten Autor*innen Ondjaki, Telma Tvon, Yara Monteiro & José Eduardo Agualusa über ihre Werke und deren musikalische Inspirationen wurden von Toty Sa’Med an der Gitarre und Kalaf Epalanga selbst am DJ-Pult begleitet. Die Schauspieler*innen Martha Fessehatzion und Moses Leo performten Textpassagen der englischen Übersetzungen der Bücher als szenische Lesung.

DAS PROGRAMM:

Via Videobotschaft von der der Ilha de Moçambique: ONDJAKI, 1977 in Luanda geboren. Autor zahlreicher Romane, Lyrikbände und Kinder- und Jugendbücher, Filmemacher und Musikenthusiast. Sein Werk wurde in mehrere Sprachen übersetzt und u.a. mit dem angesehenen Jabuti-Preis und dem Saramago-Preis für den vorgestellten Roman »Die Durchsichtigen« (orig. »Os Transparentes«, 2012) ausgezeichnet. »Die Durchsichtigen« ist eine Liebeserklärung an die Bewohner Luandas, eine augenzwinkernde Satire auf das postkoloniale, postsozialistische, real existierende Angola. Im Mittelpunkt stehen ein heruntergekommenes Mietshaus und die vielschichtigen Geschichten seiner Bewohner. Und natürlich: die Musik.

»Das ist das Problem in Angola: jeder möchte der beste Tänzer sein.«

Ondjaki

Martha Fessehatzion © Jörg Kandziora
Martha Fessehatzion © Jörg Kandziora

 

Die Schauspielerin MARTHA FESSEHATZION liest aus der englischen Übersetzung von Ondjakis »Transparent City«.

TOTY SA’MED spielt ein Medley des jüngst verstorbenen angolanischen Sängers Carlos Burity (1952-2020).

Toty Sa’Med © Jörg Kandziora
Toty Sa’Med © Jörg Kandziora

 

Toty Sa’Med, 1989 in Luanda geboren, ist einer der führenden Musiker der neuen Musikszene aus Angola. Seine Einflüsse liegen zwischen Psychedelic Rock und Jazz, zwischen Soul und Semba – dem Genre aus dem Herzen der angolanischen Musik.

Via Videobotschaft aus Lissabon: TELMA TVON, 1980 in Luanda geboren. Die Rapperin & Autorin lebt seit 1993 in Lissabon, schreibt und rappt gegen Rassismus und gibt der afrikanisch-stämmigen Bevölkerung Portugals eine Stimme. 2017 wurde daraus ihr erster Roman »Um Preto Muito Português«, der ursprünglich als Rapsong geplant war, sich dann aber verselbstständigte…

KALAF EPALANGA am DJ-Pult: Chullage »Igualdade é Uma Ilusão« (2011).

Der Schauspieler MOSES LEO aus Telma Tvons »Um Preto Muito Português«.

Moses Leo liest aus Telma Tvons »Um Preto Muito Português« © Livestream/Literaturhaus
Moses Leo liest aus Telma Tvons »Um Preto Muito Português« © Livestream/Literaturhaus

 

Via Videobotschaft aus dem Alentejo: YARA MONTEIRO, 1979 in der Provinz Huambo in Angola geboren. Die Autorin und Künstlerin zog als Kind mit ihrer Mutter nach Portugal, lebte in Luanda, London, Kopenhagen, Rio de Janeiro und Athen. Ihr Roman »Essa Dama Bate Bué« wird demnächst auf Englisch publiziert und erzählt die Geschichte von Victoria, die erst als Erwachsene ihre Heimatstadt Luanda, diese großartige und zugleich chaotische Stadt, kennen und lieben lernt.

»Music is always there«

Yara Monteiro

MARTHA FESSEHATZION liest aus Yara Monteiros »Essa Dama Bate Bué«.

KALAF EPALANGA am DJ-Pult: Buraka Som Sistema »Candonga«(2011).

TOTY SA’MED spielt einen der bekanntesten Protest-Songs aus Angola von Luis Visconde: »Chofer de Praça« (1973).

»We shouldn’t judge a book by its cover.«

Kalaf Epalanga erzählt von der Entstehung seines Buches »Whites Can Dance Too« © Livestream/Literaturhaus
Kalaf Epalanga erzählt von der Entstehung seines Buches »Whites Can Dance Too« © Livestream/Literaturhaus

 

KALAF EPALANGA spricht über sein eigenes Debüt »Também Os Brancos Sabem Dançar« (2018), eine autobiografisch inspirierte, fiktionalisierte Biografie des Kuduro, dem energiegeladenen angolanischen Musik- & Tanzstil. Kalaf Epalanga ist 1978 in Benguela geboren. Er ist Mitglied der Band Buraka Som Sistema, ist Kurator, Autor und Journalist und lebt in Lissabon und Berlin.

»Kuduro had been my passport to the world«

Kalaf Epalanga »Também Os Brancos Sabem Dançar«

MARTHA FESSEHATZION liest aus Kalaf Epalangas »Também Os Brancos Sabem Dançar«

Kalaf Epalanga & Martha Fessehatzion lassen sich zu einem Tänzchen hinreißen ... © Livestream/Literaturhaus
Kalaf Epalanga & Martha Fessehatzion lassen sich zu einem Tänzchen hinreißen … © Livestream/Literaturhaus

 

KALAF EPALANGA spielt & tanzt am DJ-Pult: Bruno M »Já Respeita Né« (2008)

Via Videobotschaft von der Ilha de MoçambiqueJOSÉ EDUARDO AGUALUSA, 1960 in Huambo geboren.

José Eduardo Agualusa wird zugeschaltet © Livestream/Literaturhaus
José Eduardo Agualusa wird zugeschaltet © Livestream/Literaturhaus

 

Agualusa ist wohl der international bekannteste und produktivste Autor Angolas und lebt – nach Stationen in Olina, Rio de Janeiro und Berlin – wahlweise in Lissabon und auf der Ilha de Moçambique. Auf Deutsch erschien von ihm zuletzt »Die Gesellschaft der unfreiwilligen Träumer«.

MOSES LEO  liest aus José Eduardo Agualusas »Mysteries of Luanda«.

TOTY SA’MED nimmt uns noch einmal mit auf eine musikalische Reise durch Luanda.

© Jörg Kandziora
© Jörg Kandziora

 

»Tocaram uma rumba dancei com ela
e num passo maluco voamos na sala
qual uma estrela riscando o céu!
E a malta gritou: “Aí Benjamim!”
Olhei-a nos olhos – sorriu para mim
pedi-lhe um beijo – e ela disse que sim.«

Viriato da Cruz »Namoro«

WEITERFÜHRENDE LINKS

DIE BÜCHER:
Ondjaki »Die Durchsichtigen« (AfrikAWunderhorn // Aus dem Portugiesischen von Michael Kegler) // Telma Tvon »Um Preto Muito Português« (Chiado Books) // Yara Monteiro »Essa Dama Bate Bué« (Guerra e Paz, 2018) // Kalaf Epalanga »Também Os Brancos Sabem Dançar« (Editorial Caminho, 2018) // »Die Gesellschaft der unfreiwilligen Träumer« (Aus dem Portugiesischen von Michael Kegler // Verlag C.H.Beck)

Weiterführende LEKTÜREEMPFEHLUNGEN gibt es auch im Online-Shop der Buchhandlung des Veranstalters InterKontinental:   www.interkontinental.org

MEHR BILDER des Abends in unserer BILDERGALERIE

DIE PLAYLIST DES ABENDS auf Spotify:

DIE AUFZEICHNUNG DES ABENDS auf dem Youtube-Kanal von InterKontinental:

 

Das AFRICAN BOOK  FESTIVAL, eine Initiative für mehr Diversität in der deutschen Kultur- & Literaturszene von InterKontinental, startete in Leipzig und München.
Das große Finale ist im Frühling in Berlin geplant.
africanbookfestival.de

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