Mi 30.3.11 // 0 Uhr // Bibliothek

Said. Unser Kind von fremden Eltern

Buchpremiere mit Ute Mings und Friedrich Ani

Said ist sieben Jahre alt, als er aus einer afghanischen Großfamilie, die ihn nach althergebrachten Traditionen erzog, als Pflegekind zu einem Münchner Ehepaar kommt. Wie nähert man sich einem Jungen, der körperliche Nähe zunächst völlig verweigert? Der sich nicht umarmen lässt, den man nicht auf den Schoß nehmen kann? Einfühlsam erzählt die Münchner Rundfunkautorin Ute Mings von ihrer langen Kindersuche, den Schwierigkeiten der deutschen Gesetzgebung und den Versuchen, Afghanistan zu verstehen. Je älter der Junge wird desto dramatischer werden die Feuerproben der Pubertät, die heftigen Krisen und Ausbrüche, an denen die Familie eine Zeitlang zu zerreißen droht. Zusammen mit dem Münchner Autor Friedrich Ani, Sohn eines Syrers und einer Schlesierin Ani stellt sie ihr Buch vor und spricht über Fragen wie: Was heißt Zugehörigkeit? Wie wächst Mutterliebe? Wie erobert man sich eine neue Welt und bewahrt zugleich seine Herkunft?