Mi 6.3.02 // 20 Uhr // Saal

Muttersterben

Lesung mit Michael Lentz

Einer stirbt. Einer wird vergessen. Etwas kommt abhanden. Was tun? »Muttersterben«, das sind Momentaufnahmen alltäglicher Erfahrungen, die vom Abschiednehmen handeln. Sie erzählen vom Erinnern und davon, wie der Versuch, sich Situationen und Vorgänge zu vergegenwärtigen, tragisch werden kann, oder absurd oder komisch. Kleinigkeiten werden zu Monstrositäten, Existentielles wird zur Bagatelle. So melancholisch wie unsentimental schildern die Geschichten des Ingeborg-Bachmann-Preisträgers Michael Lentz die zum Teil grotesken Versuche, mit einem Verlust umzugehen. Alles gerät zur Sensation und wird zugleich belanglos und nichtig. Hier lernt man das Tierreich kennen, besucht Berlin, Paris und Olevano Romano bei Rom und stellt vielleicht fest, dass Sprache sich auch immer selber spricht, nie aber die Dinge auf den Punkt bringen kann.

Moderation: Burkhart Spinnen