Do 30.1.03 // 0 Uhr // Saal

Montgomery

Lesung mit Sibylle Lewitscharoff

Brisanz verspricht allein schon das Projekt: eine Neuverfilmung des »Jud Süß« zur Würdigung des historischen Joseph Süß Oppenheimer. Doch die letzten sieben Tage des erfolgreichen Filmproduzenten Montgomery Cassini-Stahl in Rom gewinnen aus verschiedensten Gründen Bedeutung und Dramatik. Als der Hauptdarsteller seines Films in den Spelunken Roms verschwindet, muss Montgomery einspringen. Er ist schlaflos, er ist überarbeitet. Er begegnet einer jungen Frau, in die er sich unsterblich verliebt. Und zugleich erhalten Erinnerungen an die Stuttgarter Kindheit, den toten Bruder bedrängende Präsenz. In artistischer Verdichtung spiegeln sich Vergangenheit und Gegenwart ineinander, erwächst Stuttgart in Rom, einem Ort, an dem schon immer das Gedächtnis der europäischen Welt lebendig wurde. Sibylle Lewitscharoff erhielt 1998 für ihren ersten Roman »Pong« den Ingeborg-Bachmann-Preis. Nach »Der höfliche Harald« ist dies nun der dritte Roman, der in diesen Tagen erscheint. Ihre Lektorin Christiane Schmidt führt in das Werk ein und moderiert den Abend.

Einführung: Christiane Schmidt (DVA)