Di 28.10.08 // 0 Uhr // Saal

Ludwigshöhe

Lesung mit Hans Pleschinski

Moderation: Tilman Krause (Literarische Welt)

Die drei Geschwister Clarissa, Monika und Ulrich Berg erben von ihrem Onkel Robert eine Villa am Starnberger See und gewaltige Vermögenswerte. Doch es gibt eine Auflage: Sie müssen das Haus als Hort und Zufluchtsort für Lebensmüde betreiben – nicht nur rechtlich eine Gratwanderung. Voller Skrupel und Ängste, aber auch scharf auf das Erbe öffnen die Geschwister die Villa an der Ludwigshöhe für eine stetig wachsende Zahl von »Finalisten«.
Da findet sich eine verzweifelte Verkäuferin neben dem Bühnenbildner mit gewissen körperlichen Defiziten ein, eine ausgebrannte Lehrerin neben einer vereinsamten Schauspielerin, eine medikamentenabhängige Witwe neben der liebeskranken Domina, ein bankrotter Verleger, aber auch eine erst 17jährige syrische Immanitin, die Angst hat, Opfer eines Ehrenmords zu werden. Während die Geschwister den Keller des Hauses mit praktischen Kühltruhen füllen, machen die Moribunden fast gar keine Anstalten mehr, ihrem dunklen Drang zu folgen.
Die alte Villa erlebt ein Fest des Lebens, der kuriosen Beziehungen, Gespräche, Annäherungen und Abstoßungen, neuer Liebe und Lebensmutes. Ein Roman, so skurril und schön wie das Leben.

Hans Pleschinski, geboren 1956, Literatur- und Theaterwissenschaftler, lebt als freier Autor in München. Er veröffentlichte zahlreiche Romane, in jüngerer Zeit etwa “Bildnis eines Unsichtbaren” (2002) und die Novelle “Zerstreuung” (2000).
Neben vielen anderen Auszeichnungen erhielt er zweimal den Tukan-Preis der Stadt München. Bei C.H. Beck erschien 1993 “Ostsucht. Eine Jugend im deutsch-deutschen Grenzland” und 2005 der Roman “Leichtes Licht”. Hans Pleschinski erhält im September 2008 den Nicolas-Born-Preis.