Fr 26.3.04 // 0 Uhr // Foyer

Liwadija

Lesung mit José Manuel Prieto

José Manuel Prieto, Jahrgang 1962, gefeiert als eindrucksvollste Stimme der neuen kubanischen Literatur, erzählt in seinem Roman »Liwadija« die Geschichte des kubanischen Schmugglers J., der es sich in den Grenzgebieten des zerfallenden Sowjetimperiums komfortabel eingerichtet hat. Dort steht er vor den Trümmern seiner letzten und gewagtesten Transaktion: eine Frau und ihre Seele zu schmuggeln. Doch die Dame verschwindet grußlos, bis überraschend ihr erster Brief eintrifft. Eine ganz andere Frau tritt J. darin entgegen, und jetzt heißt es, ihr den alles klärenden Liebes- und Offenbarungsbrief zu schreiben, die Geschichte seines bewegten Schmugglerlebens.

José Manuel Prieto, 1962 in Havanna geboren, studierte Ingenieurwissenschaften in Nowosibirsk in der ehemaligen UdSSR, wo er nach dem Diplom weitere 12 Jahre lebte und die verschiedensten Berufe ausübte. Er übersetzte u.a. Werke von Anna Achmatowa, Andrej Platonow, Wladimir Majakowski, Gennadij Ajgi, Marina Zwetajewa, Joseph Brodsky, Alexander Solschenizyn und Vladimir Nabokov ins Spanische. Mit seiner russischen Frau und seiner Tochter lebt er in Mexiko-Stadt, wo er russische Geschichte lehrt.
»Eine Geschichte von Liebe und Selbsterkenntnis, mit der psychologischen Kraft, die das Merkmal russischer Literatur ist, und beschwingt von einer gewissen karibischen Frische… Intrigen, Verführung, Liebe, Intensität, höchste Präzision und einer außerordentlichen Leidenschaft für das Detail geschrieben, das ist Liwadija. Ein weit nach vorn ausgreifendes Werk der großen Literatur.« (La Vanguardia)

Lesung des deutschen Textes: Thomas Sarbacher
Moderation: Eberhard Falcke