Di 15.6.21 // 18 Uhr // per Videokonferenz
ONLINE-SEMINARE

Kann man so sehen, oder auch anders

4teilige Online-Werkstatt mit Julia Schoch

ÜBER DEN REICHTUM LITERARISCHER PERSPEKTIVEN

»Das, was an diesem Tag zählt, ist, dass die Kleine einen Männerhut mit flacher Krempe auf dem Kopf trägt (…) Wie er in meinen Besitz gelangt ist, habe ich vergessen.«

Marguerite Duras »Der Liebhaber«

Wenn uns ein Buch fesselt, wenn wir es »aufregend« oder »originell« finden, liegt das oft an einer ungewohnten Perspektive. Aber wie viele Perspektiven gibt es denn überhaupt? Und müssen wir uns als Autor*innen nicht an die einmal gewählte halten? In vielen Büchern, die uns begeistern und die wir uns gemeinsam anschauen wollen, sieht es ganz und gar nicht schematisch aus. Oft sind sie ein Gewebe aus mehreren Blickrichtungen, sogar dann, wenn vermeintlich nur »Ich« gesagt wird. Wann ist es sinnvoll, den Perspektivenreichtum auszuschöpfen und wann nicht? Und hat Perspektive etwas mit Gerechtigkeit zu tun? Anhand von »Ich-Romanen«, aber auch solchen mit allwissender oder personaler Erzählerinstanz erkunden wir die Subtilitäten und Möglichkeiten verschiedener Sicht-Strategien. Es wird Textbeispiele geben, die wir gemeinsam begutachten wollen und einige Schreibübungen.

Julila Schoch © Ulrich Burkhardt

JULIA SCHOCH wurde 1974 in Bad Saarow geboren. Sie studierte Literatur und lebt als Schriftstellerin und Übersetzerin in Potsdam. Sie veröffentlichte im Piper-Verlag u.a. den vielfach ausgezeichneten Erzählungsband »Der Körper des Salamanders« (2001). Ihr Roman »Mit der Geschwindigkeit des Sommers« (2009) war für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Preis der Jury beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb und den André-Gide-Preis. Zuletzt erschien ihr Roman »Schöne Seelen und Komplizen« bei Piper. Im Oktober 2020 hatte ihr Theaterstück »Die Jury tagt« in Potsdam Premiere. Künftig erscheinen ihre Bücher im Rowohlt-Verlag. www.juliaschoch.de

  1. Teil (15.6.): UNTERSCHIEDLICH DRAUFGESCHAUT. Anhand einer Szene wollen wir verschiedene Blick-Arten erkunden.
  2. Teil (22.6.): DIE STIMME AUS DER HANDTASCHE. Die Bereitschaft zur vorbehaltlosen Empathie.
  3. Teil (29.6.): IMMER ICH! Von den vielen Möglichkeiten, sich selbst ins Spiel zu bringen.
  4. Teil (2.6.): VIELSTIMMIGKEIT oder ist es unsere Pflicht, einander zu verstehen?