Do 28.9.06 // 0 Uhr // Saal
100 Jahre Hannah Arendt

Hannah Arendt im politischen Handeln und Denken heute

Daniel Cohn-Bendit, Hans Maier und Johano Strasser im Gespräch mit Thomas Krüger

Als ihr der Freund und intellektuelle Weggefährte, der Politiktheoretiker Hans Morgenthau, 1972 auf einer Tagung die Frage stellte, wo sie sich politisch zuordne, antwortete Hannah Arendt: »Ich weiß es nicht. Ich weiß es wirklich nicht und habe es nie gewußt. Und ich nehme an, daß ich niemals eine dieser Positionen eingenommen habe. Daß die Linke denkt, ich sei konservativ, ist Ihnen bekannt, und die Konservativen denken manchmal ich sei links oder ein Außenseiter oder Gott weiß was. Und ich muß sagen, daß mich das völlig kalt lässt. Ich glaube nicht, daß auf diese Weise die wirklichen Fragen dieses Jahrhunderts eine wie auch immer geartete Erhellung erfahren.« Mit Werken wie »Elemente und Ursprünge totalitärer Herrschaft«, »Eichmann in Jerusalem« oder »Vita activa« mischte sich Hannah Arendt als politische Theoretikerin allerdings maßgeblich und oft provozierend ein.
Über Hannah Arendts Einfluss und die Gültigkeit ihres Denkens in der heutigen Politik diskutieren:
Daniel Cohn-Bendit, Europa-Abgeordneter der Grünen und ehemaliger Studentenführer, in jungen Jahren persönlich mit Hannah Arendt bekannt; Hans Maier, langjähriger bayrischer Kultusminister, der die Veröffentlichung von Arendts Denktagebuch unterstützt hat; Johano Strasser, Schriftsteller, politischer Philosoph und Präsident des P.E.N. – Zentrums Deutschland. Moderiert wird die Diskussion von Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, ehemaliger Berliner Jugendsenator und MdB.