Fr 11.4.03 // 0 Uhr // Bibliothek

Ein mikroskopisch feiner Riss

Lesung und Gespräch mit Christine Koschel

Die 1936 in Breslau geborene Lyrikerin und Übersetzerin Christine Koschel veröffentlichte 1961 ihren ersten Gedichtband »Den Windschädel tragen« im Münchner Ellermann Verlag. 1963 las sie bei der Gruppe 47 in Saulgau. Seither sind fünf weitere Gedichtbände von ihr erschienen, zuletzt 2001 »Ein mikroskopisch feiner Riss« bei der Corvinus Presse Berlin. Seit 1965 ist Rom Christine Koschels Lebensmittelpunkt. Dort lernte sie Ingeborg Bachmann kennen und gab nach deren frühem Tod gemeinsam mit Inge von Weidenbaum Bachmanns Werk heraus. Zu Christine Koschels Dichterbiographie gehört die akribische Erforschung anderer europäischer Lyrik, aus der ihre wichtigen Übersetzungen von Djuna Barnes, Sylvia Plath, Michael Hamburger und Eugenio Montale hervorgingen. Zur Zeit befasst sie sich mit dem von der Monacensia betreuten Nachlass des persischen, in deutscher Sprache schreibenden Lyrikers Cyrus Atabay, der 1996 in München starb. Christine Koschel liest Gedichte aus ihrem jüngsten Band und aus dem Manuskript »Schweigezoll«, an dem sie in der Villa Waldberta arbeitet.

Moderation: Verena Nolte