Fr 12.6.26 // 19 Uhr // Saal & Stream
Foyer-Bar ab 18 Uhr

Dieser Drang nach Härte. Über den neuen Faschismus

Ein Abend mit Eva von Redecker

Moderation: Thomas Kretschmer

»Ich denke, dass der Faschismus damals wie heute ein Todeskult ist. Aber die Organisationsform und die Medien unterscheiden sich.«

Eva von Redecker

Es geht ein Rechtsruck um die Welt. Doch der Vergleich mit der Zeit des Nationalsozialismus hält unserer Gegenwart nicht Stand. Der neue Faschismus, so zeigt es Eva von Redecker in ihrem neuen, von Medien und Leserschaft hochgelobten Buch (S. Fischer), bediene sich neuer Logiken, in deren Zentrum ein unbedingter Besitzanspruch steht: toxische Männlichkeit, rassistische Selbstjustiz, grenzenlose Meinungsfreiheit. In ihrem so klugen wie mitreißenden Essay stellt sie Verbundenheit gegen die um sich greifende Härte unserer Zeit. Das Buch der Stunde.

»Dem Faschismus geht es nicht um Schutz vor echten Gefahren, schon gar nicht vor materiellen Verlusten. Es geht um Schutz »gegen die«, die nämlich, denen man das Äußerste zutraut. […] Die, das sind nicht die irgendwie anderen, sondern die abartig anderen. Die Asozialen, die Arbeitsscheuen, die Ausländer. Die Schwulen, die Woken, die Grünen, die mit Trans- und Gender-Gaga. Kommunist:innen sowieso, falls es sie überhaupt noch gibt, ansonsten: Antifa. Es sind immer wieder die Juden, mit all ihren Decknamen: Globalisten, Eliten, Israelis, Intellektuelle. Und es sind die Muslim:innen als Messer-Männer, Kopftuchmädchen und antisemitische Aggro-Araber. »Wir gegen die« – schön wär’s. Es ist, jedesmal wieder, Selbstjustiz gegen Plünderer. Die Hassobjekte werden zusammengestrickt.«

EVA VON REDECKER »DIESER DRANG NACH HÄRTE. ÜBER DEN NEUEN FASCHISMUS«

»Philosophin Eva von Redecker zu lesen hilft, wenn es um das Schärfen von Begriffen und Gedanken geht.

ULRIKE WINKELMANN, TAZ