Mi 23.9.26 // 19 Uhr // Saal & Stream
Foyer-Bar ab 18 Uhr

Die Empörungsfalle

Ein Abend mit Saba-Nur Cheema & Meron Mendel

Moderation: Moritz Baumstieger (Süddeutsche Zeitung)

»Dieses Buch plädiert für eine offene Streitkultur. Und damit verbunden ist die Einladung, unseren Gedanken und Thesen zu widersprechen – jenseits der Empörungsdynamik. Ganz nach dem Poeten Jehuda Amichai: Es lohnt sich, mehr Raum für Zweifel und Liebe einzuräumen.«

SABA-NUR CHEEMA & MERON MENDEL »DIE EMPÖRUNGSFALLE«

Wie gelingt Verständigung, wenn Gespräche nicht mehr möglich sind und Debatten eskalieren? Boykottaufrufe, eine übersteigerte gesellschaftliche Sensibilisierung und die Politisierung von Gefühlen untergraben das demokratische Miteinander. Die muslimische Politologin Saba-Nur Cheema und der israelische Historiker Meron Mendel gehören zu den profiliertesten Stimmen im gesellschaftspolitischen Diskurs. In ihrem neuen gemeinsamen Buch »Die Empörungsfalle« (Kiepenheuer & Witsch) hinterfragen sie, wie eine demokratische Streitkultur gelingen kann, die Unterschiede nicht einebnet, sondern aushält.

»Die Empörung in der digitalen Welt ist eine auffallend moralische. Sie vermittelt den Eindruck, dass alles leicht verständlich wäre – ohne Komplexität, ohne Hintergrundwissen. Mehr noch: Empörung in sozialen Medien stiftet Zugehörigkeit zu einer virtuellen Gemeinschaft. Wer online ist, kann sofort mitmachen, teilen, posten und kommentieren, ohne sich mit komplexen Zusammenhängen auseinandersetzen zu müssen. Man kann sich über andere erheben und zugleich erleben, wie kollektive Wut Gemeinschaft erzeugt. Kollektive Empörung schafft unmittelbare Zugehörigkeit, einfache Orientierung und vermeintliche Eindeutigkeit in einer unübersichtlichen Welt.«

SABA-NUR CHEEMA & MERON MENDEL »DIE EMPÖRUNGSFALLE«