Mi 22.4.20 // 16 Uhr // per Videokonferenz
OFFENE WERKSTÄTTEN ONLINE

Natur erzählen – Eine Übung in kleinen Geschichten

Mit Sandra Hoffmann

DER SCHÖNE VOGEL, DER GROSSE BAUM & DAS HELLE LICHT

Jeder kennt das – man kommt von der Wanderung nach Hause und schwärmt: Es war so schön auf dem Berg, am Strand, im Park. Das helle Licht und die frischen Farben, und das Singen der Vögel in der Luft! Ja. Aber was macht das Licht eigentlich schön, wie kann man die Farben bezeichnen, was genau hören wir, was nehmen wir wahr da draußen?

Alle Phänomene der Natur – das können wir sowohl bei Adalbert Stifter als auch im zeitgenössischen Nature Writing lernen ‑ brauchen den sehr genauen Blick und eine große Sprachschärfe, um in fiktionalen Texten ihre Kraft zu entfalten. Wir wählen also ein konkretes, spezielles Thema, um damit eine große Welt zu eröffnen, nicht nur der Natur, sondern auch des literarischen Schreibens.

In diesem Seminar soll es neben schreib-handwerklichen Tipps, um die genaue Beobachtung und Beschreibung von Naturphänomenen gehen. Dafür braucht man nur vor die Tür zu treten, der Isar zu lauschen und dem Wind im Hinterhof oder einen Gang durch das erste Grün des Englischen Gartens zu machen. Um uns danach zu fragen: Wie schaffen wir es, was wir gesehen, gehört, wahrgenommen haben, so zu erzählen, dass es einen angemessenen Platz hat in den (kleinen) Geschichten aus unserem Leben.

  1. TEIL (MI 22.4.): DIE NATURBESCHREIBUNG – Eine Übung in Sehen und Hören und in Präzision. Jedes Wort zählt.
  2. TEIL (MI 29.4.): GROSSE WETTER – Wir erleben Sturm, Regen, Schnee, Sonne. Was sehen und fühlen wir dabei? Und wie gelingt es, aus diesen Bildern und Gefühlen eine interessante kleine Erzählung zu bauen?
  3. TEIL (MI 6.5.): JEMAND STEHT ALLEINE IM WALD – Steht sie/er alleine im Wald, oder stehe ich alleine im Wald, oder sehe ich zu, wie sie/er alleine im Wald steht? Unser Thema ist die Frage der Perspektive beim Erzählen.
  4. TEIL (MI 13.5.): ANFANG UND ENDE – Es kommt darauf an, wie wir anfangen, wie wir aufhören. Denn ein guter erster Satz kann ein echter Türöffner sein, und ein schlechter letzter kann die ganze Geschichte verderben.

LEKTÜREEMPFEHLUNGEN:
Adalbert Stifter »Feldblumen«  // Chris Yates »Nachtwandern« // Esther Kinski »Hain« // Björn Kern »Im Freien«

Sandra Hoffmann ( © Armin Kratzert)

SANDRA HOFFMANN schreibt für die ZEIT, den Bayerischen Rundfunk und den Südwestrundfunk. Sie hat Romane und ein Jugendbuch veröffentlicht, zuletzt »Paula« (Hanser Berlin) und »Das Leben spielt hier« (Hanser). Dafür hat sie vielfach Stipendien und Preise bekommen. Sandra Hoffmann leitet seit Jahren mit großem Einsatz und Erfolg die Schreibseminare für Schüler*innen im Literaturhaus und unterrichtet für Goethe-Institute im Ausland und verschiedene Universitäten.