Mo 10.5.04 // 0 Uhr // Saal

Chanson für Edith. Das Leben des Norbert Glanzberg

Ein Abend mit Astrid Freyeisen und Hanna Schygulla

Es war Edith Piaf, die Norbert Glanzberg vor den Nazis in einem Schloss am Mittelmeer versteckte. Ohne sie hätte der gebürtige Würzburger Komponist den Krieg nicht überlebt. Mit kaum 21 Jahren galt Glanzberg 1931 in Berlin als die Entdeckung der Saison: Die Comedian Harmonists sangen sein »Hasch mich« in Billy Wilders letztem Ufa-Film »Der falsche Ehemann«. 1933 musste Glanzberg Deutschland verlassen. Wie durch ein Wunder und mit Hilfe seiner Musikerfreunde – allen voran Edith Piaf – entging er der Deportation. Eine kurze, heftige Liaison und eine lange Freundschaft verband die beiden. Mit seinem Kompositionen feierte sie weltweit Erfolge. In seiner Heimatstadt galt Glanzberg bis 1997 als verschollen. Als man ihn ausfindig machte, sang Hanna Schygulla ihm zu Ehren. Es war das erste Wiedersehen in Deutschland. Die Journalistin Astrid Freyeisen stieß für ein Rundfunkfeature zufällig auf den vergessenen, damals noch lebenden Glanzberg und zeichnete mit seinem Schicksal auch ein Stück Musikgeschichte auf.