ungarnaufstand 1956

50 fotografien von stefan moses

Stefan Moses, geb. 1928, gehört zweifellos zu den bedeutendsten Fotografen der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts. Fotojournalistische Arbeiten korrespondieren mit Konzept- und Life-Fotografie und verbinden sich zu einer neuen Bildsprache. Er ist der Porträtist der Künstler und Intellektuellen und bleibt gleichzeitig mit unbekannten Deutschen aus allen Teilen der Republik im Dialog. Seine Bildgeschichten entwerfen ein umfangreiches psychologisches Panorama der deutschen Nachkriegsgesellschaften. Die Deutschen und ihr Land wurden zu seinem Lebensthema. Nach seiner Übersiedlung nach München 1950 arbeitete Stefan Moses fotojournalistisch bis 1968 für die Neue Zeitung, für den Kindlerverlag mit Revue und Das Schönste, für Magnum, stern und Spiegel, bevor er mit seinen freien Projekten begann.

Mit einem Volksaufstand versuchten die Ungarn im Oktober 1956, sich von der sowjetischen Unterdrückung zu befreien. Er begann am 23. Oktober 1956 mit einer Großdemonstration in Budapest und endete am 4. November 1956 durch den Einmarsch der Roten Armee. An nur einem Tag und in einer Nacht fotografierte Stefan Moses mitten im brodelnden Budapest die leidenden Menschen des niedergeschlagenen Aufstands. Nicht nur die Barrikaden und russischen Panzer – er findet, was viel mehr von Gewalt und Besetzung kündet: Die trauernden Kinder, die nach ihren Angehörigen suchenden Erwachsenen. Bis in die späten 60er Jahre gab es die großen Jahre des klassischen Fotojournalismus in Deutschland. Die hier neuentdeckten 50 schwarzweißen Bilder gehören zu den verwehten fotografischen Spuren dieser Zeit.

Kolloquium
Das Ungarische Institut München und die Nationalbibliothek Széchényi (Budapest) veranstalten am Freitag, 13.10., 10-16 Uhr im Literaturhaus das Kolloquium »Neue Quellenstudien zur ungarischen Revolution von 1956« (www.ungarisches-institut.de).

Eine Ausstellung des Literaturhauses München und des Ungarischen Instituts München in Zusammenarbeit mit dem Münchner Stadtmuseum. Mit freundlicher Unterstützung durch das Ministerium für Bildung und Kultur, Budapest