Thomas Bernhard und seine Lebensmenschen

Eine Ausstellung des Adalbert-Stifter-Institutes, des Institutes für Kulturförderung des Landes Oberösterreich und der Thomas-Bernhard-Privatstiftung im Literaturhaus München

Thomas Bernhard beschreibt, wie die Verehrung für einen Schriftsteller durch allzu große Annäherung in ihr Gegenteil umschlagen kann: „Je näher wir nach dem ersten Zusammentreffen unserem Schriftsteller gekommen sind, desto mehr und in gleicher Intensität haben wir uns von ihm entfernt, in dem gleichen Verhältnis, in welchem wir in seine Persönlichkeit eingedrungen sind, haben wir uns aus seinem Werk entfernt“ (Der Stimmenimitator, 1978).
Die Ausstellung unternimmt dennoch den Versuch, sich dieser vielschichtigen Schriftstellerpersönlichkeit anzunähern. Sie verknüpft Leben und Werk Bernhards, indem sie das schriftstellerische Erbe der für ihn wichtigsten Personen zu seinem literarischen Nachlaß zusammenführt. Aus dieser Perspektive eröffnen sich Zugänge nicht nur zu Realien, persönlichen Bezügen und Hintergründen, sondern auch zur Entstehungsgeschichte und zu den Eigenheiten von Bernhards Schreibarbeit.
Die Ausstellung erhellt anhand von Manuskripten und Typoskripten die Arbeitsweise des Autors. Ergänzt wird die Präsentation des literarischen Nachlasses durch Ton- und Videoaufnahmen sowie durch eine ausgewählte Fotoausstellung. Zwei weitere Abschnitte erweitern die biographische und werkgeschichtliche Perspektive auch auf Bernhards “Lebensmenschen”: den Großvater Johannes Freumbichler und seine jahrzehntelange Begleiterin und Vertraute Hedwig Stavianicek.