Sándor Márai

Ich dachte, ein großer Reisender zu sein

Eine Ausstellung des Literaturhauses München, des Petőfi Literaturmuseums (Budapest) und des Ungarischen Instituts München e. V.
Konzeption: Csilla E. Csorba, Zsolt K. Lengyel, Tibor Mészáros, Reinhard G. Wittmann

Die Ausstellung dokumentiert zentrale Abschnitte im Leben und Werk von Sándor Márai (1900-1989), ohne eine philologisch erschöpfende Bestandsaufnahme bieten zu wollen. Sie erweitert eine in der Budapester Partnerinstitution bereits gezeigte Fotoschau um Exponate und Themen, die den Autor von seiner hierzulande wenig bekannten Seite zeigen. Márai war im wahrsten Sinne des Wortes Erzähler, und ist vor wenigen Jahren als solcher international wiederentdeckt worden. Auch deutsche Leser mag aber überraschen, dass er zugleich ein politischer Publizist war, der den Kommunismus ablehnte und während seiner Emigration zwischen 1951-1967 Mitarbeiter des Münchner Senders Radio Freies Europa war. Márais Emigration, seine große Reise, begann, als ihn der sowjetische Totalitarismus in Ungarn in die Verbannung trieb: „Der Emigrant, der an die Heimkehr denkt, ist kein echter Emigrant. Eine Heimkehr ist möglich, aber nur so, wie es Ulysses tat: zum Sterben.“ Márai kehrte nicht einmal nach seinem Tode in die Heimat zurück; seine Asche wurde in den Ozean gestreut.