Max Frisch

Heimweh nach der Fremde

Basierend auf der neuen, großen Bild-Biographie »Max Frisch – Sein Leben in Bildern und Texten« von Volker Hage, zeigt das Literaturhaus eine Ausstellung zum 100sten Geburtstag von Max Frisch.

Ausstellungsplakat. Foto: Stefan Moses / Gestaltung: unodue{

Im Juni 1949 wurde in Zürich das Letzigraben-Freibad eröffnet. Gebaut hatte es der junge Schweizer Max Frisch, der 1940 sein Architekturstudium abgeschlossen und 1943 ein eigenes Büro eröffnet hatte. Zwar hatte Frisch zu dieser Zeit bereits zwei Romane veröffentlicht, aber an die Möglichkeit, als Schriftsteller leben zu können, glaubte er nicht. Im Jahr 1950 erschien im neu gegründeten Suhrkamp Verlag Frischs »Tagebuch 1946-1949«. Damit entschied er sich nun doch, als Autor auf die Welt zu schauen, nur noch zu schreiben. Max Frisch verließ Zürich und Familie, lebte in Rom, Berlin und New York. Aus dem begabten Architekten wurde mit Theaterstücken wie »Andorra« und »Biedermann und die Brandstifter« und Romanen wie »Stiller«, »Homo Faber« und »Mein Name sei Gantenbein« ein Schriftsteller von Weltrang, ein ebenso scharfsinniger wie entschlossener Beobachter des 20sten Jahrhunderts.
Seinen Platz hatte er, der Getriebene, ohne es zu wissen, schon 1949 gefunden: das Sprungbrett, den Ort des Risikos, von dem aus man jederzeit wegfliegen konnte, zu neuen Wohnorten, anderen Frauen, dem nächsten Roman.