Julia Mann

Brasilien, Lübeck, München

»Weißer Panamahut über dem sonnengebräunten Gesicht, als Begleitung die schwarze Sklavin Anna, Kindermädchen der kleinen Dodo« –

so kam Julia Mann, Mutter von Thomas und Heinrich, 1858 als Siebenjährige von Brasilien nach Lübeck. Mit vielen Fotos, Reproduktionen von Stichen und Gemälden, Bild-Text-Tafeln und Büchern wird in dieser Ausstellung erstmals jemand aus der Mann-Familie jenseits der berühmten Schriftsteller-Brüder porträtiert. Die Ausstellung vermittelt einen Eindruck von den »zwei Leben« der halbbrasilianischen Julia Mann: einmal von der elterlichen Plantagenwelt in Paraty, wo Julia aufwuchs und zu diesem Ort bis zu ihrem Tod 1923 (in Weßling bei München) starke Bindungen pflegte. Das andere ist geprägt von der Heirat mit dem Lübecker Kaufmann und Senator Johann Heinrich Mann, ihren literarischen Neigungen und ihrem Schwabinger Salon. Ein Leben, das von südamerikanischer Exotik ebenso bestimmt wurde wie vom hanseatischen Großbürgertum der Lübecker Jahre und schließlich nach München führte.