Herta Müller

Der kalte Schmuck des Lebens

»Der Bogen von einem Kind, das Kühe hütet im Tal, bis hierher ins Stadthaus von Stockholm ist bizarr. Ich stehe, wie so oft, auch hier neben mir selbst.«

Mit diesen Worten begann Herta Müller am 10. Dezember 2009 ihre Tischrede beim Nobelpreis-Bankett. Zum ersten Mal wird der rumäniendeutschen Schriftstellerin und Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller eine Ausstellung gewidmet. Gezeigt werden bisher unveröffentlichte Dokumente und Fotografien aus dem Familienbesitz Herta Müllers, in Filmausschnitten sieht man das historische und das heutige Banat, Weggefährten wie die Autoren der »Aktionsgruppe Banat« kommen zu Wort, Auszüge aus Securitate-Akten berichten von einem rigorosen und menschenfeindlichen politischen System. Es werden Originalmanuskripte, das Arbeits buch zu »Atemschaukel« und andere literarische Zeugnisse zu sehen sein, dazu werden Collagen Herta Müllers, die seit Ende der 80er Jahre entstanden sind, im Original gezeigt. Die Ausstellung folgt den Spuren der Autorin angefangen bei ihrer Kindheit im schwäbischen Banat bis hin zur Verleihung des Literaturnobelpreises in Stockholm im Winter 2009.

AUDIOGUIDE: Großprojizierte Filmbeiträge werden synchron begleitet und Auszüge aus Lesungen und Erzählungen von Herta Müller werden den einzelnen Ausstellungsstationen und Exponaten zugeordnet. Ein Teil des Audioguides wurde dem bei supposé erschienenen Hörbuch »Die Nacht ist aus Tinte gemacht« entnommen.

Die Ausstellung wird vom 17.9. bis zum 21.11.2010 im Literaturhaus Berlin gezeigt, in veränderter Form ab dem 9.12. im Literaturhaus Stuttgart und vom 23.01. bis zum 24.4.2011 wieder in der ursprünglichen Form im Buddenbrookhaus Lübeck.

Herta Müller-Specialdes Carl Hanser Verlages.