Doppelleben

Literarische Szenen aus Nachkriegsdeutschland

2009 wird der 60ste Jahrestag der Gründung der Bundesrepublik Deutschland begangen, vor 60 Jahren wurde auch die Deutsche Demokratische Republik proklamiert. 1949 steht auch für eine Zäsur im kulturellen Aufbruch nach Kriegsende, deren Nachwirkungen noch lange nach der Wiedervereinigung beider deutscher Staaten spürbar sind. Die Ausstellung »Doppelleben. Literarische Szenen aus Nachkriegsdeutschland« untersucht den kulturellen Aufbruch in der Zeit nach dem Krieg. Sie geht den Versuchen nach, die Demokratisierung zu fördern und folgt dem Aufbau des Literaturbetriebs mit seinen Verlagen, Literaturpreisen und der Etablierung der Buchmesse und anderer literarischen Institutionen.

Nach Berlin und Frankfurt zeigt nun das Literaturhaus München die Ausstellung, erweitert um neue Abteilungen mit Münchner Themen. Dazu zählt die Vielzahl der Neu- und Wiedergründungen von Verlagen im Nachkriegsmünchen. Aus Ost- und Mitteldeutschland sowie aus dem eingeschlossenen Viermächteberlin übersiedelten zahlreiche Verlage nach München und machten die Stadt zu einem Zentrum auflagenstarker Bestseller. Auch die Münchner Medienlandschaft mit ihren großen Nachrichtenblättern und »Radio München« wird in der Ausstellung berücksichtigt. Eine weitere Abteilung wird sich mit der Bayerischen Akademie der Schönen Künste beschäftigen, die im Jahr 1948 vom Freistaat Bayern als »oberste Pflegestelle der Kunst« gegründet wurde. Und natürlich berücksichtigt die Münchner Erweiterung der Ausstellung den Neubeginn des literarischen Lebens mit Protagonisten wie Erich Kästner und Alfred Andersch aber auch Autoren wie Hans Carossa, Werner Bergengruen und Wolfgang Koeppen und nicht zuletzt der Gruppe 47.
www.doppelleben.org