100 Jahre Ernst Reinhardt Verlag

In der Aufbruchstimmung um die Jahrhundertwende ließ sich der Schweizer Buchhändler Ernst Reinhardt 1899 in München am Maximiliansplatz nieder und begann seine verlegerische Tätigkeit mit einem Programm, das von natur- und sozialwissenschaftlichen über medizinische, psychologische und volkswirtschaftliche Studien bis hin zu philosophischen und religionswissenschaftlichen Veröffentlichungen reichte. Die ersten Werke Alfred Adlers wurden durch die lukrative »Bayerische Hebammenzeitung« mitfinanziert, Schriften von Ricarda Huch (eine enge Freundin des Verlegers) durch ein auflagenstarkes vegetarisches Kochbuch. Zahlreiche noch verfügbare Briefwechsel aus den 30er und 40er Jahren geben einen Eindruck vom Verlegen unter den Repressalien des Nazi-Regimes. 1944 erfolgte ein endgültiger Schließungsbefehl, der Verlag emigrierte zwischenzeitlich nach Basel. In der Nachkriegszeit bildete sich allmählich das heutige Profil des Ernst Reinhard Verlages heraus – ein renommierter Fachbuchverlag mit den Schwerpunkten Psychologie und Pädagogik.