Fr 25.10.24 // 11 Uhr
Ingeborg Bachmann

Bin ichʼs oder bin ichʼs nicht?

Bachmanns Echos. Ein 2-tägiges Nachwuchs-Kolloquium

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Ingeborg Bachmann 1962 © Foto: Fred Stein Archive

Seit ihrem Tod 1973 ist die Stimme Ingeborg Bachmanns keineswegs verhallt. Ganz im Gegenteil, sie tönt noch immer nach in den Köpfen der Lesenden: Der Autorin wurde zuletzt auch in der breiteren Öffentlichkeit immer wieder große Aufmerksamkeit geschenkt, wie etwa in Form des für die Berlinale nominierten Films »Ingeborg Bachmann – Reise in die Wüste« (2023) oder im Zuge der jüngst veröffentlichten Korrespondenz mit Max Frisch (»Wir haben es nicht gut gemacht« // Piper 2022). Besonders eindrücklich wurde ein ganzes Portfolio verschiedener Stimmen im Rahmen der Ausstellung »Ingeborg Bachmann. Eine Hommage« (2023) im Literaturmuseum der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien präsentiert. Die Ausstellung illustrierte einen facettenreichen Querschnitt der öffentlichen und persönlichen Präsenz der Autorin zu ihrer Lebzeit sowie nach ihrem Tod bis in die heutige Zeit. Die Ausstellungsexponate zeugten von der Wirkung ihres Schaffens sowie dem nicht abreißenden medialen Interesse und der zugleich immer neu angeregten Rezeption durch Wissenschaft und Kunst.

Die Figur des Echos ruft das Problem des Verhältnisses zwischen Original und Wiederholung, zwischen Identität und Differenz auf. Dies gilt sowohl für akustische Phänomene in den Texten selbst als auch für die Rezeption.

Inwiefern prägen solche ›Echos‹ die Sicht auf Ingeborg Bachmann in der heutigen Literaturwissenschaft? Welche Echos gibt es, welchen Beitrag leisten sie und welche Perspektiven werden durch sie eröffnet? Diese und weitere Fragen stehen im Zentrum des NACHWUNCHSKOLLOQUIUMS, das sich unter dem Motto »Bin ichʼs oder bin ichʼs nicht?« mit unterschiedlichen Dimensionen des Echos im Zusammenspiel mit Bachmanns literarischem Schaffen auseinandersetzt – in Anlehnung an den Titel der im Literaturhaus München präsentierten Ausstellung über Ingeborg Bachmann »Ich bin es nicht. Ich binʼs.«

Dieser neue Ausstellungstitel reflektiert die Schlussverse des XIII-ten Gesangs aus Bachmanns »Liedern auf der Flucht« (Ingeborg Bachmann »Lieder auf der Flucht« // XIII // in: »Anrufung des Großen Bären«) und evoziert bereits selbst die Figur des Echos. Das Literaturhaus München, das die ursprünglich in Wien gezeigte Ausstellung in adaptierter Form präsentiert, bietet für das Kolloquium einen idealen Diskussionsort.

Die Hauptsprache des Kolloquiums wird Deutsch sein. Beiträge in englischer Sprache sowie in anderen Sprachen sind ebenfalls sehr willkommen. Im Zuge eines hybriden Veranstaltungsformats wird die Zugänglichkeit der Veranstaltung sowie deren Reichweite erhöht: Sowohl das Halten von Beiträgen als auch ein aktiver Austausch sollen digital wie in Präsenz ermöglicht werden. Im Zuge der Teilnahme vor Ort ist zusätzlich zum Kolloquium ein gemeinsamer Besuch der Ausstellung im Literaturhaus München sowie ein gemeinsames Abendessen vorgesehen.