Dienstag, 7.2.2017, 20.00 Uhr, Foyer

Oh Schimmi

Lesung mit Teresa Präauer

Wie kann einer sich bloß derart zum Affen machen? Teresa Präauer hat ein extrem komisches und zugleich hartes Buch geschrieben, das zeigt, dass Anbaggern eine sportliche Disziplin ist, bestehend aus kopulierenden Wörtern (Wallstein Verlag). Es ist ein Liebesreigen, eine Taugenichts-Geschichte mit Bildern und Codes des 21. Jahrhunderts, die beim letztjährigen Bachmannwettbewerb von Publikum und Jury enthusiastisch gefeiert wurde. Den Leserinnen und Lesern bleibt gar nichts anderes übrig, als bei der Lektüre mal kopfschüttelnd, mal lachend »Oh Schimmi!« zu rufen. Teresa Präauer lässt den Text in ihrer Lesungen klingen und folgt ihrem Helden zusammen mit dem Slammer und Autor Bumillo, bekannt aus der Sendung »Südlicht« im Bayerischen Fernsehen.

Moderation: Bumillo

Büchertisch: Buchhandlung Lehmkuhl
Veranstalter: Stiftung Literaturhaus
Eintritt: Euro 10.- / 7.-

»Was erzählt man sich über die internationalen Weltstädte? Indien, Afrika, Asien! Dass dort die Äffchen die Stadt regieren und dabei nichts anderes tun, als die Menschen zu ärgern. Indem sie den Menschen Sachen stehlen, die Mülltonnen durchwühlen, sich schlecht benehmen. Und hässliche Graffiti sprühen. Aber, so sagt man, diese Affen sind auch ziemlich cool und ziemlich vorwitzig.

Es kann also vorkommen, dass ein Reisender, der in Flip-Flops und Safarihose an der hoteleigenen Pool-Bar sitzt, sich schon morgens einen Blue Curaçao bestellt, dass er endlich wieder einmal, anstatt immer übers Tablet zu wischen, die internationale Tageszeitung auffaltet, sich die Sonnenbrille ins Haar schiebt, einen kräftigen Schluck nimmt, dass er die Lektüre der politischen Nachrichten hintanstellt, den Chronikteil und die Motorsport-Beilage stattdessen vorzieht, im Weiteren nach dem Stück Ananas und der kandierten Kirsche an seinem Cocktailglas greifen will und plötzlich, unerwartet, einem felligen Äffchen an den Steiß fasst, das, jetzt sieht er es!, doch tatsächlich seine kleinen Greifhände um die beiden Obststücke gekrallt hat und so, mit unmissverständlicher Geste, die neuen Besitzverhältnisse deutlich macht.« (Teresa Präauer »Oh Schimmi)«