Dienstag, 5.11.2002, 20.00 Uhr, Saal

Goulds Buch der Fische

Lesung mit Richard Flanagan

Im 19. Jahrhundert wartet der Sträfling William Buelow Gould auf Sarah Island, einer Gefängnisinsel vor der Küste Tasmaniens in einer Zelle auf seine Hinrichtung. Dort schreibt er auf gehortetem Papier und mit der Tinte eines Tintenfisches, mit der Flüssigkeit aus dem Rückgrat eines Seeigels oder dem eigenen Blut seine Erinnerungen. Er war ein Fischer und Dieb in London und wurde zu lebenslanger Haft in Australien verurteilt, der Kontinent, auf den Britannien seine Schwerverbrecher verbannte. Der Gefängnisarzt Lempriere erkennt sein malerisches Talent, holt ihn aus der Zwangsarbeit heraus und überträgt ihm die Aufgabe, die vielen Fischspezies Tasmaniens zu malen – im Interesse der Wissenschaft. Kommandant der Gefängnisinsel ist ein Ex-Sträfling, der sich zur Herrschaft aufgeschwungen hat und nun von einer Verwandlung der Insel in einen Stadtstaat mit dem Glanz und der Kultur Venedigs träumt. Gould verliebt sich in die Mätresse des Gefängniskommandanten, Sally Twopence, und das führt zum Ende seiner künstlerischen und wissenschaftlichen Tätigkeit...
Richard Flanagans »Goulds Buch der Fische« ist ein wunderbar schönes Buch über eine schreckliche Zeit, ein Roman in zwölf Fischen.

Moderation: Tilman Spengler
Lesung des deutschen Textes: Rufus Beck

»Ein Roman über Gewalt und Kunst, Zivilisation und Wahn, die Grenzen der Moral. Magie!« (Die literarische Welt)