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Projekttage & Lehrerfortbildungen

Zweimal im Jahr vor der Zeugnisvergabe laden wir Schulklassen zu Projekttagen ins Literaturhaus. Schwerpunkte des Hauses, das kreative Schreiben oder das literarische München bilden ihr Themenspektrum. Und immer geht es uns um einen kreativen, spielerischen Umgang mit Literatur, einen individuellen Zugang, der den Deutschunterricht ergänzen soll. Die Anmeldung erfolgt über die Klassenlehrerinnen und -lehrer.

»Mein Leben gehört mir, ich kann daraus machen, was ich will«
Die Aufbrüche der Franziska zu Reventlow
Montag, 30. und Dienstag, 31. Januar 2012, jeweils 9 – 13 Uhr

Ein Pfarrhaus in der norddeutschen Provinz, Ostersonntag 1893, kurz vor Tagesanbruch: Im ersten Stock öffnet sich ein Fenster, zwei Hände schieben einen Koffer durch den Rahmen und lassen ihn langsam an einem Seil hinab. Kaum ist er auf dem Boden, schleicht eine zierliche junge Frau aus der Tür. Sie greift den Koffer und rennt los. Ziel ist der Bahnhof der nahen Kleinstadt. Der Weg führt über Felder und Wiesen. Als die Ausreißerin endlich am Bahnhof steht und den ankommenden Zug hört, atmet sie auf. »Frühling«, heißt es in Franziska zu Reventlows autobiographischem Roman »Ellen Olestjerne« ‚»und draußen wartet das Leben«.

Die spektakuläre Flucht aus der Kuratel, unter die sie wegen ihrer verbotenen Korrespondenz mit einem Freund gestellt worden war, ist nur eine Station des Aufbruchs aus dem reglementierten Leben einer höheren Tochter in die Freiheit der Schwabinger Bohème. Die Ausstellung »Alles möchte ich immer« über Franziska Gräfin zu Reventlow bietet Dokumente und Einsichten in die Lebensstationen der Autorin und ihrer Zeit. Der Schwerpunkt unseres Projekttags liegt auf ihrer Jugend. Was bedeuteten damals solche Aufbrüche, welche Energie, welcher Mut, welche Lebensentwürfe haben sie gesteuert, welche Kosten im doppelten Sinne waren damit verbunden? Und gibt es heute noch Vergleichbares? Oder hat sich durchgesetzt, wofür Franziska zu Reventlow gekämpft hat? Diesen Fragen soll anhand der Ausstellung, dem Vergleich autobiographischer Zeugnisse in Briefen, dem Tagebuch, literarischen Skizzen, Aufsätzen und Erzählungen und eigenen Schreibaufgaben nachgegangen werden. 

Veranstalter: Stiftung Literaturhaus
Leitung: Gunna Wendt, Autorin der Biographie »Franziska zu Reventlow. Die anmutige Rebellin«
Zielgruppe: 9. bis 11. Klassen (Deutsch)
Vorbereitung: keine
Kosten: Euro 5,- pro Schüler/in
Anmeldung: bis zum 23. Januar 2012 

 

Münchner Geschichte/n
Literarische Spurensuchen
Montag, 13. Februar und Mittwoch, 15. Februar 2012, jeweils 9 – 13 Uhr

Novemberrevolution, Krieg und Nachkriegszeit, Studentenrevolte, Olympische Spiele und immer wieder Oktoberfest: Einschneidende Ereignisse und prägnante Epochen dienen Schriftstellern seit jeher als Gegenstand des Schreibens, so auch in München. Dies ist der Ausgangspunkt für eine interaktive Literaturgeschichte, die wir an diesem Vormittag beginnen und dann weiter fortsetzen möchten. Die Schüler wählen Ereignisse und lernen Münchner Autoren kennen, von den Werken klassischer Autoren der Moderne wie Oskar Maria Graf, Lion Feuchtwanger oder Thomas Mann bis hin zu zeitgenössischen Autoren wie Uwe Timm, Ulrike Draesner oder Thomas Meinecke. Über deren Schreibansätze und die verschiedenen Genres – Autobiografie, Roman, Krimi, Gedicht – werden wir ebenso die Besonderheiten einer literarischen Historiographie wie auch literarische Traditionslinien Münchens zeigen können.

Dieser Projekttag kann in Zukunft auch frei, nach Absprache  zwischen den Halbjahresangeboten gebucht werden.

Veranstalter: Stiftung Literaturhaus 
Leitung: Tina Rausch, freie Journalistin und Veranstalterin
Zielgruppe: 10. und 11. Klassen (Deutsch)
Vorbereitung: keine
Kosten: Euro 5,- pro Schüler/in
Anmeldung: bis zum 3. Februar 2012 per Mail oder Fax

Foto © Lissy Mitterwallner