Braucht’s des?!

Gerhard Polt zum 70sten

Das Literaturhaus München präsentiert: Gerhard Polt und sein unvollendetes Werk, kommentiert von ihm selbst.
Das Resultat: Ein Nachruf zu Lebzeiten, frei nach Gerhard Polt:

»Ein Mensch, der lebt, verdient keine Biografie«

Gezeigt werden größtenteils unbekannte Fotografien und Exponate aus dem Privatbesitz Gerhard Polts, dazu zahlreiche Filmraritäten und eigens konzipierte Videokommentare. Die Ausstellung ist eine Begegnung mit dem Übersetzer, Lehrer, Dolmetscher und Autor, Kabarettisten, Schauspieler, Sprachkünstler und Philosophen und vor allem mit dem Zeitgenossen Gerhard Polt.

Die Kuratorin Sandra Wiest ist Kulturwissenschaftlerin und arbeitet unter anderem als Fernsehjournalistin für den Bayerischen Rundfunk.

PRESSESTIMMEN:

»Denn, so spricht Polt: ›Ein Mensch, der lebt, verdient keine Biografie.‹ Und so gibt es einige skurrile Exponate, die den ganz besonderen Humor des Jubilars schön illustrieren, vor allem aber sind es die Sketche, die verzaubern. Fast wie auf der richtigen Bühne fühlt man sich zeitweise am Bootssteg in der Ausstellung, und es gibt keineswegs nur eine Best-Of-Sammlung zu sehen, aus der legendären Fernsehserie ›Fast wie im richtigen Leben‹ etwa. Sondern eine Reihe weniger bekannter Szenen. Und nicht zuletzt hat es die Kuratorin geschafft, Polt zu exklusiven Videobotschaften an die Ausstellungsbesucher zu überreden. Allein deshalb kann man sagen, was einen eventuellen Besuch des Literaturhauses angeht: Ja, des braucht’s!«

Franz Kotteder, SZ-Extra, 1.3.2012

»›Besser eine Ausstellung als wenn man ausgestopft wird‹, sagte Polt schlicht am Donnerstag in München. Die Schau mit dem Titel ›Braucht’s des?‹ präsentiert die zahlreichen Stationen in Polts Leben – von der Kindheit als evangelisch getaufter Bub im katholischsten aller bayerischen Orte: Altötting bis hin zu seinem neuesten Werk: einer filmischen Abhandlung über die Freuden des Bootsverleihs. Der Bootsverleih sei eine ›radikale Gegenwelt‹, sagte Polt. ›Ich kenn kaum was, was den Menschen mehr erregen kann.‹

AZ, 1.3.2012

»›Bootsverleiher‹, das wär’s gewesen. Gerhard Polts Traum, mehr Berufung als Beruf. Aber es hat nicht sollen sein. ›Zwei Mal gescheitert‹, sagt er, ›erst als Ministrant in Altötting, später als Bootsverleiher am Schliersee.‹ Deshalb ist auch das optische Konzept der Ausstellung zum 70. Geburtstag den der begnadete Kabarettist im kommenden Mai feiert, so ungewöhnlich wie der ganze Mensch.«

Passauer Neue Presse, 3.3.2012