Architektur

Mit der Eröffnung des Literaturhauses wurde »ein Teil der Altstadt aus dem Dornröschenschlaf gerissen«, wie eine Journalistin schrieb. Die Aufwertung des Platzes zu einem Mittelpunkt urbanen Lebens verdanken wir, neben der Attraktivität der Veranstaltungen und des Kaffeehauses, einer architektonischen Spitzenleistung, die vom Bund Deutscher Architekten mit dem BDA-Preis 1997 gewürdigt wurde.

Literaturhaus (c) Heidi Vogel

Respekt vor Renaissance

Das im massiven Renaissance-Stil erbaute, ehemalige Schulhaus hatte im Krieg einen Bombentreffer bekommen und war erheblich renovierungsbedürftig. Die Herausforderung: Die Schönheit des Hauses zu bewahren und in harmonischem Zusammenspiel von Tradition und Moderne, alter Substanz und zeitgemäßer Funktion neu zu gestalten. Dem Münchner Architekturbüro Kiessler + Partner ist es auf beispielhafte Weise gelungen, eine ausgewogene, in sich stimmige Lösung zu finden.

Über allen Dächern

Die Planer krönten das Gebäude mit einer lichten Stahl-Glas-Konstruktion, die einen atemberaubenden Blick zur Kuppel der Theatinerkirche und über die Dächer Münchens frei gibt. Heute genießt diese oberste Etage bei allen Besuchern große Anziehungskraft.

Aussicht

Schule der Klarheit

In den beiden darunter liegenden Geschossen ist der ehemalige Schulcharakter noch gut erkennbar: Entlang großzügiger Flure sind die Büros der unterschiedlichen Institutionen aufgereiht. Der ehemalige Turnsaal der Mädchenrealschule im ersten Obergeschoss dient heute der Stiftung Literaturhaus als Bibliothek, in der auch Lesungen stattfinden.